Anabolika setzen Herz zu

Die Einnahme von Anabolika ist unter jungen Sportlern weltweit verbreitet. Die Substanzen sind mit Herzkrankheiten verbunden und können zu einer frühzeitigen Verkalkung der Herzkranzgefäße führen, warnen Forscher aus Brasilien. 


Anabolika haben vielfältige Nebenwirkungen

Weltweit nehmen junge Menschen Anabolika ein. Anabole Steroide verhelfen Profi- und Amateursportlern sowie Bodybuildern zu einem scheinbar schnelleren Erfolg. Die Wirkstoffe binden an Rezeptoren männlicher Hormone und erhöhen den Muskelaufbau, reduzieren das Körperfett und führen zu einer besseren Leistungsfähigkeit. In Brasilien zählen die Stoffe zu den am siebthäufigsten eingenommenen Substanzen. Die meist jungen Männer sind der von den Wirkstoffen ausgehenden Risiken oftmals gar nicht bewusst.

Anabolika sind mit vielfältigen Nebenwirkungen verbunden und ihre regelmäßige Nutzung gilt als potenziell lebensgefährlich. Neben unerwünschten Wirkungen auf Herz und Kreislauf sind hormonelle Nebenwirkungen, negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel, die Haut und die Psyche möglich.

Wissenschaftler wollten jetzt wissen, ob der Einsatz von Anabolika mit einer Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronarer Herzkrankheit, KHK) einhergeht. Sie untersuchten 51 Männer in einem durchschnittlichen Alter von 29 Jahren. 21 von ihnen hoben Gewichte und nahmen seit mindestens zwei Jahren Anabolika ein, 20 Männer gingen dem gleichen Sport nach, ohne Anabolika zu nutzen und zehn machten keinen Sport, waren jedoch gesund.


Anabolika erhöhen Herzrisiko

Die Forscher untersuchten die Herzkranzgefäße der Studienteilnehmer mit der Computertomographie und bestimmten außerdem die Cholesterinwerte im Blut, um festzustellen, ob sich das Blutfettprofil ungünstig verändert und der Gefäßverkalkung Vorschub leistet.

24 Prozent der Männer, die Anabolika nutzen, wiesen eine Arteriosklerose ihrer Herzkranzgefäße auf. Bei den davon betroffenen Männern zeigten sich auch ungesunde Cholesterinwerte. 

Die Forscher gehen davon aus, dass der Einsatz von Anabolika das Risiko einer KHK erhöht und auch die Cholesterinwerte ungünstig beeinflusst. Sie fordern größere Studien zum Thema.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.11.17Zum AnfangZurück

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