Riechtest sagt Parkinson vorher

Ein Riechtest könnte eines Tages helfen, die Parkinsonkrankheit vorherzusagen, noch bevor diese zum Ausbruch kommt. Bereits zehn Jahre früher ist der Geruchssinn oftmals eingeschränkt. Es gibt aber Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 


Studie: Senioren sollen zwölf verschiedene Gerüche identifizieren

Die Parkinsonkrankheit ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die Probleme mit der Bewegung, dem Gleichgewicht und der Koordination mit sich bringt. Weltweit leiden etwa zehn Millionen Menschen unter der neurologischen Krankheit, die chronisch fortschreitet.

Verschiedene Studien deuteten bereits darauf hin, dass der Verlust des Riechvermögens ein früher Vorbote von Parkinson ist und Jahre vor motorischen Symptomen auftritt. Doch nicht alle Menschen mit einem Verlust des Geruchssinns entwickeln auch Morbus Parkinson.

US-Wissenschaftler der Michigan State University wollten mehr über den Zusammenhang wissen und untersuchten, inwieweit ein fortschreitender Verlust des Riechvermögens auf die Krankheit hinweist. Die Forscher untersuchten fast 2.500 Senioren in einem Durchschnittsalter von 75 Jahren, die an einer Studie zur Gesundheit und dem Altern teilgenommen hatten, darunter Menschen europäischer und afrikanischer Herkunft.

Die Studienteilnehmer unterzogen sich einem Riechtest, bei dem es galt, zwölf verschiedene Gerüche zu identifizieren, darunter Zimt, Zwiebel, Seife und Benzin. Die Teilnehmer wurden nach ihren Testergebnissen in drei Gruppen eingeteilt und so ließ sich zwischen Menschen mit gutem, mittlerem und schlechtem Geruchssinn unterschieden.


Test scheint bei Männern zuverlässiger

Die zehnjährige Beobachtung der Senioren zeigte, wie viele Studienteilnehmer die Parkinsonkrankheit entwickelten. Personen, die im Riechtest schlecht abgeschnitten hatten, wiesen ein fünfmal größeres Erkrankungsrisiko auf als Teilnehmer, die einen guten Geruchssinn hatten. 

Allerdings zeigten sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern und bei Männern wies der Test eher auf eine mögliche Entwicklung der Krankheit hin. Auch bei Afroamerikanern zeigte sich zwischen Test und späterer Krankheit kein signifikanter Zusammenhang. Über die Ursache der Unterschiede sind sich die Forscher allerdings nicht im Klaren. Auch erwies sich der Test in den sechs Jahren danach als am zuverlässigsten.

Die Befunde der Studie wären noch mit Vorsicht zu interpretieren, so die Wissenschaftler. Weitere Studien wären nötig, bevor ein Test klinisch eingesetzt werden könnte. Der Test weise aber möglicherweise einen Weg zu einer früheren und verbesserten Diagnostik.

Die Studie wurde im Fachjournal "Neurology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.09.17Zum AnfangZurück

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