Wechselnde Sehschärfe als Diabeteshinweis

Eine wechselnde Sehschärfe kann vor Diabetes mellitus warnen, so die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Wenn neue Brillengläser scheinbar nicht mehr passen, ist ein Augenarztbesuch anzuraten.


Unbehandelt schädigt Diabetes Netzhautgefäße

Schwankungen der Sehschärfe im Tagesverlauf können vor Diabetes mellitus warnen. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie an Diabetes leiden. Typisch ist, morgens verschwommen zu sehen, was sich im Tagesverlauf bessert, so Experten. 

Bei der Stoffwechselkrankheit schwanken die Blutzuckerwerte. Ein steigender Blutzuckerwert erhöht den osmotischen Druck im Auge. In der Folge kommt es zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse und einer Verformung der Linse. Dies macht sich durch ein vorübergehendes Verschwommensehen bemerkbar.  

Der Augenarzt kann mit einer Spiegeluntersuchung des Augenhintergrunds die Netzhautgefäße untersuchen und diabetesbedingte Veränderungen erkennen. Die Krankheit sollte möglichst früh durch den Hausarzt behandelt werden. 


Mit Diabetes sind regelmäßige Augenuntersuchungen nötig

Schreitet die Krankheit unbemerkt und unbehandelt fort, schädigt der hohe Blutzucker zunehmend kleine Blutgefäße der Netzhaut, sodass diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Die Netzhautschädigung durch Diabetes mellitus Typ 2 (diabetische Retinopathie) kommt bei 80 Prozent der Patienten mit der Stoffwechselkrankheit vor. Durch die Erkrankung geht die Sehfähigkeit bis zur Erblindung verloren. Die diabetische Retinopathie verläuft lange Zeit ohne Beschwerden.

Um Folgeschäden vorzubeugen, sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig. Nach einer frischen Diabetesdiagnose sollten Betroffene unbedingt auch ihre Augen untersuchen lassen. Sind diese gesund, reichen in der Regel einmal jährliche Kontrolluntersuchungen.

Wird eine Netzhautschädigung festgestellt, sind möglicherweise weitere Untersuchungen nötig, um die Gefäße genauer zu beurteilen. Zum Einsatz kommen Angiographie, eine Darstellung der Gefäße mit Farbstoff, Tomographie und ein neues Untersuchungsverfahren, bei dem innerhalb weniger Sekunden ein genaues Bild der Gefäße und der Durchblutung entsteht (OCT-Angiographie). 

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.10.16Zum AnfangZurück

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