Heimlich-Manöver kann Leben retten

Schnell ist es passiert. Ein Kind oder Erwachsener hat sich verschluckt und ringt nach Luft. Ein Handgriff kann rettend sein: Das Heimlich-Manöver hilft, die verlegten Atemwege wieder frei zu bekommen.


Heimlich-Manöver: Druck auf das Zwerchfell 

Es ist gar nicht so lange her, da fiel einem Arzt die Häufigkeit des Erstickungstods aufgrund des Verschluckens von Nahrung oder Gegenständen auf. 1972 war das die sechsthäufigste Todesursache. Der Mediziner aus Cincinnati überlegte, mit welchen einfachen Maßnahmen diese Todesart zu verhindern wäre und entwickelte das Heimlich-Manöver, beziehungsweise den Heimlich-Griff.

Das Manöver nutzt die Möglichkeit, Husten künstlich zu erzeugen. Durch Druck auf das Zwerchfell lässt sich Luft aus den Lungen nach draußen befördern und auch Fremdkörper können mit der Luft entweichen. 

Hat sich ein Mensch verschluckt und kann weder ein- noch ausatmen, kann er auch nicht husten und damit die Atemwege wieder frei bekommen. Es gibt vier Möglichkeiten, das Heimlich-Manöver anzuwenden, die vom Alter und den Bedürfnissen der erstickenden Person abhängen. Der Ansatz ist aber immer der Gleiche: Kompression und die Muskeln des Zwerchfells werden genutzt, um den Fremdkörper über den Hals nach draußen zu befördern.


Anwendung auch bei Bewusstlosen und sich selbst möglich

Sind betroffene Kinder oder Erwachsene bei Bewusstsein, sollte das Heimlich-Manöver umgehend eingesetzt werden. Dabei sollte der Anwender des Griffs sich direkt hinter der erstickenden Person positionieren, die Arme um seine Taille legen. Eine zur Faust gebildete Hand wird mit dem Daumen unterhalb der Rippen platziert. Die andere Hand erfasst das Handgelenk der zu Faust gebildeten Hand. Möglicherweise lässt sich der Zwerchfellmuskel sogar erfühlen. Jetzt kann mit einer schnellen, ruckartigen, kräftigen leicht nach oben gerichteten Bewegung ein Druck ausgeübt werden, der den Fremdkörper nach oben befördern soll. Möglicherweise sind mehrere aufeinanderfolgende Manöver notwendig.

Bewusstlose Menschen sollte man auf den Rücken legen und sich selbst auf den Oberschenkeln positionieren. Mit beiden übereinliegenden Händen kann der zuvor beschriebene nach oben ausgerichtete ruckhafte Druck auf das Zwerchfell mit dem Handballen ausgeführt und der Gegenstand nach oben befördert werden. Mehrere Wiederholungen des Griffs können nötig sein.

Auch bei sich selbst kann man das Manöver versuchen, indem die eigene Faust mit einem dem Bauch zugewandten Daumen genutzt wird, um den Fremdkörper nach oben zu befördern. Sollte das nicht funktionieren, lässt sich auch eine Stuhllehne nutzen, mit deren Hilfe ruckartig Druck ausgeübt wird.

Nach dem Manöver sollte der Betroffene ins Krankenhaus gebracht werden, um mögliche innere Verletzungen auszuschließen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.10.17Zum AnfangZurück

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