Heuschnupfen? Spritzen oder Pillen helfen

Die Pollen haben bereits begonnen zu fliegen. Heuschnupfengeplagte leiden jedes Jahr erneut. Eine Hyposensibilisierung hilft am besten, wenn sie drei Jahre lang durchgeführt wird. In Frage kommen Injektionen, Tropfen oder auch Tabletten.


Jeder vierte leidet unter Pollen

Wer unter Heuschnupfen leidet, kann seine Symptome über Jahre deutlich bessern, wenn er eine dreijährige Hyposensibilisierung macht. Zwei Jahre Behandlung haben nicht diese gute Wirksamkeit. Das geht aus einer aktuellen, im amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichten, Studie hervor, die eine dreijährige mit einer zweijährigen Hyposensibilisierung und zusätzlich einer Scheinbehandlung bei Pollenallergikern verglich.

Um einen langanhaltenden Nutzen durch die Hyposensibilisierung zu erhalten, sollte die Behandlung in Form von Injektionen, Tabletten oder auch Tropfen mindestens drei Jahre lang durchgehalten werden, so Wissenschaftler des Imperial College in London. Demnach sind bei moderatem bis schwerem Heuschnupfen mehrere Jahre zu erwarten, in denen die Symptome stark abgeschwächt sind. Eine Hyposensibilisierung gegen Graspollen etwa sei eine effektive Behandlung bei starken Einschränkungen durch die Allergie. 

Heuschupfen – die saisonale allergische Rhinitis – betrifft in der westlichen Welt eine von vier Personen. Niesen, laufende Nase, juckende Augen sind Symptome der allergischen Reaktion und beeinträchtigen das Alltagsleben sowie Arbeit und Schule während der Sommermonate, wenn die Polen fliegen. Was für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres darstellt, bedeutet für Pollenallergiker oftmals eine anhaltende Leidenszeit.


Zwei Jahre Hyposensibilisierung reichen nicht aus

Zwar sind frei erhältliche Medikamente in Form von Nasensprays oder Antihistaminika erhältlich, doch helfen diese bei starken allergischen Symptomen nicht ausreichend. Für diese Patienten steht die Hyposensibilisierung zur Verfügung. Die Behandlung gilt als einzige ursächliche Therapie.

In der aktuellen Studie hatten 106 Patienten entweder Injektionen, Tabletten oder eine Scheinbehandlung erhalten, um zu prüfen, wie eine zweijährige Behandlung wirkt. Nach Empfehlungen soll die Behandlung mindestens drei Jahre lang durchgeführt werden.

Wenn sich auch zunächst die Symptome unter der kürzeren Therapie mit Spritzen oder Tabletten drastisch verbesserten, waren die Beschwerden ein Jahr nach Beendigung der Therapie nicht besser als nach einer Scheinbehandlung. Eine zweijährige Behandlung scheint deshalb zu kurz zu sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.03.17Zum AnfangZurück

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