Ein Überblick zu Psoriasis (Schuppenflechte)

WissenDiagnoseBehandlungSelbsthilfeDaten/FaktenLinks

Wissen zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

Psoriasis (Schuppenflechte) leitet sich vom griechischen Wort "psao", übersetzt "Kratzen", ab. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Die Schuppenflechte ist gutartig und nicht ansteckend. Die Ausprägung der Psoriasis kann leicht, mäßig, aber auch sehr schwer sein. Entsprechend gibt es Menschen, die kaum Beschwerden haben und von ihrer Krankheit nicht einmal wissen und andere, die eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität hinnehmen müssen. Die Psoriasis verläuft in Schüben, das heißt, es gibt kürzere oder längere Phasen mit wenigen Beschwerden oder sogar Beschwerdefreiheit. Neben der Haut können andere Bereiche des Körpers Krankheitserscheinungen aufweisen.
Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar, jedoch lassen sich die Symptome therapeutisch beeinflussen. Es lassen sich je nach Zeitpunkt der ersten Krankheitserscheinungen zwei Psoriasistypen unterscheiden. Der frühe Typ betrifft mehr als die Hälfte der Betroffenen vor dem 25. Lebensjahr, der Spättyp tritt erst in späteren Lebenjahren im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf. Die Krankheitshäufigkeit ist zwischen den Geschlechtern ausgeglichen.

Ursachen

Erbfaktoren spielen bei der Psoriasis eine große Rolle. Betroffene weisen in bis zu 40 Prozent der Fälle ein Familienmitglied auf, dass ebenfalls erkrankt ist.

Neben den Erbanlagen erhöhen weitere Faktoren das Erkrankungsrisiko:
  • Infektionen
  • Hautverletzungen
  • einige Medikamente
  • Stress
  • Alkoholkonsum, Rauchen
  • Klimafaktoren
Die Zusammenhänge mit den genannten Punkten sind nicht eindeutig geklärt. Einige Faktoren könnten auch Folge der Krankheit sein.

Diagnose zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

Für eine Diagnose wird die Haut auf typische Krankheitserscheinungen hin untersucht. Um andere Erkrankungen wie Hautinfektionen auszuschließen, wird möglicherweise ein Abstrich genommen, der mikrobiologisch bestimmt wird. Auch eine Gewebeprobe (Biopsie) kann nötig sein. Manifestiert sich die Erkrankung an den Gelenken, kann eine Röntgenuntersuchung Veränderungen zeigen.

Symptome

Betroffene Hautareale sind entzündet, gerötet und mit silbrig glänzenden Schuppen belegt.

Krankheitserscheinungen können in folgenden Bereichen auftreten:
  • Haut: Häufig betroffen sind neben der Kopfhaut die Streckseiten der Arme und Beine (Ellenbogen, Schienbeine). Aber auch Rücken, Gesäß, Brustbereich, Genitalregion und andere Körperstellen können betroffen sein. In schweren Fällen ist die ganze Haut verändert. Die Herde können scharf abgegrenzt sein, aber auch zusammenfließen. Die Haut kann auch viele kleine Veränderungen aufweisen.
  • Nägel: Die Schuppenflechte kann an den Nägeln in Erscheinung treten. Es zeigen sich kleine runde Vertiefungen (Tüfelnägel) oder gelbliche Verfärbungen (Ölflecke).
  • Gelenke: Gelenkentzündungen verursachen Gelenkbeschwerden meist an kleineren Gelenken von Zehen oder Fingern. Doch können auch größere Gelenke wie die Knie oder die Wirbelsäule betroffen sein.

Behandlung zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

Alle Behandlungen haben das Ziel, Krankheitserscheinungen zu lindern, Phasen der Symptome zu verkürzen und krankheitsfreie Zeitintervalle zu verlängern. Die äußere Behandlung mit Cremes, Salben und Lotionen beeinflusst Hautentzündungen und Schuppung. Auch die Hautpflege hat eine große Bedeutung.
Die innere Behandlung mit Medikamenten ist bei schwereren Krankheitsverläufen manchmal nicht zu vermeiden. Zum Einsatz kommen Medikamente, die das Hautwachstum beeinflussen und das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Sogenannte Biologika sind gentechnisch hergestellte Medikamente, welche ebenfalls das Immunsystem unterdrücken und damit entzündliche Reaktionen hemmen.
Eine Lichttherapie (Phototherapie) mit UV-Licht lindert die Beschwerden. Hilfreich ist in vielen Fällen auch ein Heilklima, etwa im Hochgebirge oder am Meer. Die Lasertherapie hat sich bei einigen Formen der Erkrankung ebenfalls als wirksam erwiesen. Daneben erweisen sich alternative Heilverfahren individuell als wirksam. Diese reichen von einer Umschlagbehandlung, über die traditionelle chinesische Medizin bis hin zur Homöopathie oder anderen Verfahren aus der Naturheilkunde. Alle Behandlungen lassen sich auch kombiniert anwenden.

Prognose

Die Schuppenflechte ist bislang schulmedizinisch nicht heilbar, wenn auch eine Spontanheilung in etwa 25 Prozent der Fälle möglich ist. Mit der Behandlung lässt sich häufig eine völlige Beschwerdefreiheit erzielen oder die Symptome sind zumindest kontrollierbar.

Selbsthilfe zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

Wer an Schuppenflechte leidet, kann selber dazu beitragen, akuten Schüben der Krankheit vorzubeugen. Neben einer gesunden Lebensweise ist es wichtig, dass Erkrankte lernen, was ihrer Haut schadet und Krankheitserscheinungen begünstigt. Die Krankheit selbst ist für viele Betroffene ein Stressauslöser. Um nicht in einen Teufelskreis aus Stress und Symptomen zu gelangen, empfehlen sich oft ergänzende Therapien wie Psychotherapie, Verhaltenstherapien oder Entspannungsverfahren. Zwischen Ernährung und Schuppenflechte ließen sich bislang keine eindeutigen Zusammenhänge finden. Lediglich ein Zusammenhang mit Übergewicht ist belegt, sodass sich bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion empfiehlt.

Daten/Fakten zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

An Schuppenflechte erkranken eineinhalb bis drei Prozent der weißen Bevölkerung. Es handelt sich damit hierzulande um eine häufige Hauterkrankung. Wenn auch die Erkrankung meist im Erwachsenenalter auftritt, stellt die Psoriasis die zweithäufigste Hauterkrankung im Kindesalter dar. Ein Viertel der Betroffenen weist erste Krankheitserscheinungen bereits in der Jugend auf, 14 Prozent noch vor dem zehnten Lebensalter.

Links zu Psoriasis: Schuppenflechte - ein Überblick

Deutscher Psoriasis Bund e. V.
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
Tel: 040 - 223 39 90
Fax: 040 - 223 39 922
E-Mail: info@psoriasis-bund.de
http://www.psoriasis-bund.de/

Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V. (PSOAG)
Schmitzweg 64
13437 Berlin
Tel/Fax: 030 - 612 830 90
E-Mail: info@psoriasis-selbsthilfe.org
http://www.psoriasis-selbsthilfe.org/

Psoriasis und Haut e. V. (P&H)
Untere Wiesenstr. 17
32120 Hiddenhausen
Tel: 05221 - 187 97 09
Fax 05221 - 187 97 84
E-Mail: info@pso-und-haut.de
http://www.pso-und-haut.de/

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF)
Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Tel: 0211 - 312 828
Fax: 0211 - 316 819
Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris

DermIS Dermatology Information System
Universitätsklinikum Heidelberg - Abteilung Klinische Sozialmedizin und
Universitätsklinikum Erlangen - Hautklinik
http://www.dermis.net/Psoriasis vulgaris
Autor: Hofmann, Julia27.01.2017

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: