Alkohol stört Schlafregulation

Alkohol gilt als zuverlässiger Anstoßer des Schlafes und erleichtert das Einschlafen. Doch kann er den Schlafrhythmus durcheinanderbringen, sodass Schlafprobleme und Schlaflosigkeit entstehen, berichten US-Forscher. Alkohol ist deshalb nicht geeignet, um Schlafprobleme zu lösen. 

 

 

Schlafregulation ist ein Gleichgewicht

 

Etwa ein Drittel des Lebens verbringt der Mensch mit Schlaf. Um leichter in den Schlaf zu finden, trinkt so mancher am Abend Alkohol, denn Alkohol macht bekanntlich müde. Wie Alkohol und Schlaf zusammenspielen, erklären Wissenschaftler der University of Missouri School of Medicine in Columbia nach einer fünfjährigen Untersuchung.

 

Demnach beeinflusst Alkohol das Schlafgleichgewicht im Gehirn, ein Mechanismus, der Müdigkeit und Wachheit reguliert. Das Gleichgewicht drückt sich in der Balance zwischen Schlafbedarf und Zeit der Wachheit einer Person aus. Für diesen Prozess wird der Stoff Adenosin gebraucht, der von Zellen im Gehirn produziert wird. Die Menge an Adenosin außerhalb der Zellen steigt mit der Dauer der Wachheit an und sinkt während des Schlafes. Steigt das extrazelluläre Adenosin an, hemmt das wachheitsfördernde Zellen im Gehirn, fällt es ab, werden wachheitsfördernde Zellen aktiv.

 

 

Alkohol als Schlafunterbrecher

 

Geht eine Person also früher als üblich schlafen, verändert sich das Schlafgleichgewicht, was Ursache eines vorzeitigen Erwachens in der Nacht oder am frühen Morgen sein kann.

In Versuchen mit Mäusen stellten die Forscher fest, dass Alkohol das extrazelluläre Adenosin erhöht, was den Schlaf anstößt. Dies erklärt Schlafstörungen im Sinne des Früherwachens möglicherweise mitten in der Nacht, sodass Betroffene keinen Schlaf mehr finden.

 

"Alkohol unterbricht den Schlaf und verschlechtert die Schlafqualität", so die Autoren der Studie. Daneben fördert er die Urinproduktion und Ausscheidung, was nächtliche Toilettengänge verursacht und den Schlaf zusätzlich stört. In einem weiteren Teil der Untersuchung untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen des Alkoholentzugs auf den Schlaf. Nach Zeiten des heftigen Alkoholkonsums kam es zwar zu schnellem Einschlafen, doch setzte bereits nach wenigen Stunden Wachheit ein, die weiteren Schlaf verhinderte. Die Studie erschien im Journal "Alcohol".

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.12.14Zum AnfangZurück

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