Gallenblasenentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Cholezystektomie)

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Methode zu Gallenblasenentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Cholezystektomie)

Unter der laparoskopischen Cholezystektomie versteht man die operative Entfernung der Gallenblase mitels Bauchspiegelung. Die Bauchspiegelung erfolgt mit einem endoskopischen Gerät, dem so genannten Laparoskop.
Die laparoskopisch Gallenblasen-Entfernung stellt heue eine Standard-Behandlung dar. Etwa 90 Prozent aller Gallenblasen-Operationen werden auf diese Weise durchgeführt.
Die Gallenblase befindet sich unterhalb der Leber im rechten Oberbauch.
Sie dient als Reservoir für die von der Leber gebildete Gallenflüssigkeit.
Die Galle wird bei Bedarf, beispielsweise zur Verdauung fetthaltiger Nahrungsmittel, über die Gallengänge in den Darm abgegeben. Die Gallenblase misst etwa zwölf mal drei Zentimeter.

Wie funktioniert die laparoskopische Gallenblasen-Entfernung?

Hierzu benötigt der Arzt ein Laparoskop. Ein Laparoskop ist ein Gerät mit einer kleinen Kamera, die am Ende eines dünnen Rohrs angebracht ist. Zudem enthält das Laparoskop ein Stablinsen-System zur Vergrößerung,
eine Lichtquelle und meist eine Spül- und Absaugvorrichtung. So kann der Arzt den Bauchraum von innen betrachten. An das Laparoskop kann eine Videokamera angeschlossen werden. Über weitere kleine Schnitte werden
zwei bis drei Arbeitsinstrumente wie Scheren und Pinzetten in den Bauchraum eingeführt.

Warum muss die Gallenblase entfernt werden?

Die Entfernung der Gallenblase ist bei verschiedenen Erkrankungen erforderlich. Dazu gehören z.B. Steine in der Gallenblase (Cholecystolithiasis) oder eine Entzündung der Gallenblase (Cholecystitis). Eine alleinige Entfernung der Gallensteine führt in der Regel zu keiner dauerhaften Heilung, da sich die Steine in den meisten Fällen erneut bilden.
Was ist im Vorfeld der laparoskopischen Gallenblasenentfernung zu beachten?
Die Entfernung der Gallenblase ist heute ein an sich harmloser Routineeingriff. Besondere Maßnahmen sind daher nicht erforderlich.
Am Vortag sollte abends nur noch eine leichte Mahlzeit und am Operationstag nichts mehr gegessen werden.
Medikamente sollten Sie am OP-Tag nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
Bei starker Bauch-Behaarung wird dieser rasiert.

Wie wird die Gallenblase entfernt?

Die laparoskopische Gallenblasen-Entfernung erfolgt in Vollnarkose. Zunächst wird der Bauchraum über eine spezielle Nadel mit Gas, meist Kohlendioxid, gefüllt. Anschließend bringt der Chirurg das Laparoskop in die Bauchhöhle ein.
Außerdem führt er über zwei bis drei weitere kleine Bauchschnitte und entsprechende Hülsen zusätzliche Arbeitsinstrumente in den Bauchraum ein. Mit Hilfe der Instrumente sucht er die kleine Arterie (Schlagader) und den zur Gallenblase führenden Gallengang auf, durchtrennt beide und verschließt sie mit einem Clip. Anschließend löst er die Gallenblase aus dem Leberbett und entfernt sie.
Mit Hilfe von Kontrastmitteln kann der Arzt ein Röntgenbild des Gallengangsystems erstellen, um zu überprüfen ob sich noch Gallensteine im Haupt-Gallengang befinden. Ist dies der Fall, so müssen auch diese entfernt werden. Zum Schluss entfernt der Chirurg das Gas aus dem Bauchraum wieder und verschließt die kleinen Wunden mittels Naht.

Welche Maßregeln müssen nach einer laparoskopischen Gallenblasenentfernung eingehalten werden?
Die Gallenblase gehört nicht zu den lebenswichtigen Organen. Sie stellt die Gallenflüssigkeit nicht her, sondern sammelt sie nur. Diese Speicherfunktion kann das Gallengangssystem zum Teil übernehmen. Nach einer operativen Entfernung der Gallenblase gibt es somit keine besonderen Empfehlungen. Sie können Ihr Leben wie gewohnt fortsetzen.

Alternativen zu Gallenblasenentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Cholezystektomie)

Die Gallenblase kann auch auf herkömmliche Art und Weise über einen Bauchschnitt entfernt werden. Heute wird aber die laparoskopische Methode vorgezogen, da sie schonender ist. Sie ermöglicht z.B. einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Zudem ist man schneller körperlich belastbar.

Welche Risiken birgt die laparoskopische Gallenblasenentfernung?

Die Entfernung der Gallenblase ist heute ein weit verbreiteter Routineeingriff. Allgemeine Operationsrisiken wie Blutung, Nachblutung, Infektion oder Thrombose kommen sehr selten vor. Verletzungen der Gallengänge mit Ausbildung eines so genannten Gallelecks sind äußerst selten, führen dann aber gelegentlich zu weiteren Operationen.
Solche Operationen sind allerdings nur in einigen Fällen bei größeren Verletzungen des Haupt-Gallengangs erforderlich. Bei der laparoskopischen Operation kann es zu Komplikationen bei der Gasfüllung des Bauches kommen: Hier kann in seltenen Fällen der Darm verletzt werden. Generell gilt:
Bei Komplikationen, die laparoskopisch nicht beherrschbar sind, wie z.B. einer starken Blutung, wird der Bauchraum eröffnet und auf das konventionelle Verfahren umgeschwenkt.
Autor: Schmitt, Sabine18.08.2014

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