Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

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Wissen zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Psoriasis ist der Fachausdruck für Schuppenflechte. "Psao" kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Kratzen, ein Begleitsymptom der Erkrankung. Die Psoriasis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die mit Hautrötungen und trockenen, schuppenden Hautstellen einhergeht. Sie zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen eigene Körperzellen richtet. Bei der Krankheit kann es zu ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausprägungen kommen. Die Psoriasis kann chronisch verlaufen, aber auch einmalig auftreten und spontan abheilen.

Vererbung

Psoriasis tritt familiär gehäuft auf, sodass der Erbkomponente eine große Bedeutung zukommt. Allerdings kann für die Krankheit nicht ein einziges Gen verantworlich gemacht werden und erfolgt auch nicht automatisch, nur weil etwa ein Elternteil oder gar beide an Schuppenflechte leiden. Etwa 60 Prozent der Betroffenen haben keinen Fall von Schuppenflechte in der Familie. Deshalb lässt sich das Erkrankungsrisiko kaum abschätzen. Die Frage, ob, wann und wie die Krankheit in Erscheinung tritt, lässt sich nicht beantworten.

Weitere Krankheitsfaktoren

Neben der Vererbung müssen andere Faktoren eine ursächliche Rolle spielen, die sich im Einzelfall jedoch oftmals nicht sicher klären lassen:
  • Verletzungen und Druck der Haut
  • Psyche
  • Stress
  • Alkohol
  • Medikamente
  • Infektionskrankheiten
  • Stoffwechselstörungen
  • Hormone
  • andere Umwelteinflüsse

Ursachen

Bei Psoriasis erneuert sich die Haut an betroffenen Hautstellen wesentlich schneller als bei Gesunden. Normal ist eine Hauterneuerung in einem Zyklus von etwa 27 Tagen. Bei Psoriasis beträgt die Zeit nur sechs oder sieben Tage.

Diagnose zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Typisch für die Psoriasis sind Hautveränderungen, die Befragung des Betroffenen liefert weitere Hinweise. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Haut des gesamten Körpers einschließlich der Kopfhaut genau betrachtet. Auch die Finger- und Fußnägel können auffällig sein. Zur genauen Diagnose ist es manchmal nötig, unter örtlicher Betäubung eine Hautprobe zu entnehmen und diese feingeweblich unter dem Mikroskop zu untersuchen. Weitere Hinweise kann eine Blutuntersuchung liefern. Entzündungswerte, Rheumafaktoren und charakteristische andere Immunmarker sind bedeutsam.
In Fällen von Gelenkentzündungen, die mit der Krankheit einhergehen können (Psoriasisarthritis), kommen auch bildgebende Untersuchungsverfahren wie Röntgenuntersuchung, Magnetresononanztomografie und Computertomografie zum Einsatz.

Symptome

Es gibt charakteritische Erscheinungsmerkmale der Psoriasis:
  • Bildung roter Flecken
  • silbrig glänzende Schuppen, mehr oder weniger haftend
  • schmaler roter Saum am Rand der Areale
  • um den Randsaum herum eine möglicherweise blasse Zone
Typisches Zeichen: Die Schuppen sind nicht leicht zu lösen, aber mit dem Fingernagel abhebbar. Nach der Entfernung erscheint ein dunklerer roter Fleck. Entfernt man das den Fleck noch bedeckende dünne Häutchen, kann es zu einer kleinen Blutung kommen, dem "blutigen Tau".

Behandlung zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Die Behandlung der Psoriasis ist von den Beschwerden und der Ausprägung der Krankheit anhängig. Grundsätzlich lassen sich eine äußere und eine innere Behandlung unterscheiden, die oft miteinander kombiniert werden. Sie ermöglichen eine Linderung der Beschwerden, Abheilen der Hautveränderungen und Vermeidung von Krankheitsschüben.

Äußere Behandlung:

Empfindliche Psoriasis-Haut braucht eine besondere tägliche Pflege. Auch ein Ablösen der Schuppen ist wichtig, damit es nicht zu Rissen und Blutungen kommt. Dafür eignen sich verschiedene Cremes, Salben, Lotionen sowie Shampoos und Badezusätze. Salizylsäure, Harnstoff und Milchsäure können Bestandteile von Salbenverbänden sein, die die Schuppenentfernung erleichtern. Einige Wirkstoffe wie Dithranol, Calciprotriol, Tacalcitol und Calcitriol hemmen die Entzündung. Cortison ist ebenfalls entzündungshemmend, sollte aber nicht kritiklos über sehr lange Zeit angewendet werden, da der Wirkstoff selbst Hautveränderungen verursachen kann.

Innere Behandlung

Reicht eine äußere Behandlung nicht aus, kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz:
  • Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge) sollen das Zellwachstum normalisieren, sodass sich die Haut langsamer erneuert. Daneben sorgen sie für eine schnellere Abschuppung. Da sie fruchtschädigend wirken, ist bei Frauen eine Emfängnisverhütung wichtig.
  • Das Immunsystem unterdrückende Therapien mit Immunsuppressiva beeinflusst das überaktive Immunsystem. Wirkstoffe sind beispielsweise Methotrexat, Ciclosporin und Fumarsäureester.
  • Biologika sind gentechnisch hergestellte Medikamente, die meist in Form von Spritzen oder Infusionen verabreicht werden. Sie hemmen Zellen, die bei der Entzündung eine Rolle spielen. Beispiele sind die Wirkstoffe Entanercept oder Infliximab.

Weitere Therapien

  • Viele Betroffene profitieren von einer Lichttherapie (Phototherapie). Sonne und eine UV-Lichtbestrahlung wirken sich postiv aus, sind aber aufgrund der ihrerseits hautschädigenden Wirkung mit Vorsicht anzuwenden. Die Lichttherapie wird oft in Verbindung mit Salzwasserbädern durchgeführt. Ideale Bedingungen in der Natur herrschen am Toten Meer. Die Wirkung hält jedoch meist nicht lange an.
  • Möglich ist daneben eine Bade-PUVA-Therapie, bei der die Haut über Tabletten oder Badesätze lichtempfindlicher gemacht und bestrahlt wird.
  • Die Lasertherapie mit hochenergetischem Licht eignet sich für die Behandlung kleinerer Entzündungsherde.
  • Psychotherapie: Nicht selten berichten Betroffene von Stress als Auslöser von Schüben. Auch belastet die meisten Menschen die Erkrankung stark – allein aufgrund des Erscheinungsbildes. Eine Psychotherapie kann beim Umgang mit der Erkrankung helfen.
  • Alternative Therapien: Im Einzelfall können Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin oder andere Behandlungsformen hilfreich sein.

Selbsthilfe zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Stress ist oftmals ein Risikofaktor für Krankheitsschübe.

Stressreduktion lässt sich durch verschiedene Behandlungen und Maßnahmen erreichen:
Negativ auf die Krankheit können sich Alkohol- und Zigarettenkonsum, aber auch Übergewicht auswirken. Eine speziell empfohlene Diät gibt es nicht. Sinnvoll ist eine ausgewogene vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Daten/Fakten zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Zur Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland liegen nur Schätzungen vor. Zwei bis drei Millionen Menschen sind demnach betroffen. Zu bedenken sind aber viele Fälle mit leichter Psoriasis, die keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Zudem leiden einige Betroffene auch unter Psoriasis-Arthritis mit Krankheiterscheinungen im Bereich von Gelenken. Mitunter weisen diese Personen keine Hauterscheinungen auf.

Links zu Psoriasis: Vererbung und Verbreitung

Deutscher Psoriasis Bund e. V.
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
Tel: 040 - 22 33 99 0
Fax: 040 - 22 33 99 22
E-Mail: info@psoriasis-bund.de
http://www.psoriasis-bund.de/

Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V. (PSOAG)
Schmitzweg 64
13437 Berlin
Tel/Fax: 030 - 612 830 90
E-Mail: info@psoriasis-selbsthilfe.org
http://www.psoriasis-selbsthilfe.org/

Psoriasis und Haut e. V. (P&H)
Untere Wiesenstr. 17
32120 Hiddenhausen
Tel: 05221 - 187 97 09
Fax: 05221 - 187 97 84
E-Mail: info@pso-und-haut.de
http://www.pso-und-haut.de/

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF)
Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Tel: 0211 - 312 828
Fax: 0211 - 316 819
Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris

DermIS Dermatology Information System
Universitätsklinikum Heidelberg - Abteilung Klinische Sozialmedizin und
Universitätsklinikum Erlangen - Hautklinik
http://www.dermis.net/Psoriasis vulgaris
Autor: Hofmann, Julia27.06.2018

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