Herzschrittmacher

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Methode zu Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher ist ein Gerät, das den Takt des Herzens durch das Aussenden elektrischer Impulse beeinflusst. Geeignet ist der Herzschrittmacher für Menschen mit einem zu langsamen Herzschlag (Bradykardie).
Der Herzschrittmacher erzeugt in einem Generator elektrische Impulse. Dafür ist Elektronik und eine Batterie notwenig, die unter der Haut implantiert werden. Von dort führen Elektrodenkabel über eine Vene zum Vorhof oder zur Kammer des Herzens, wo sie befestigt werden.
Bei Unregelmäßigkeiten des Herzschlags setzt das Gerät einen Impuls. Ein Herzschrittmacher kann mit einem Defibrillator kombiniert sein, der den Herzschlag unterbricht, wenn er zu schnell ist (Flattern und Flimmern) und durch einen gesetzten Impuls den Herzschlag synchronisiert.

Wann wird ein Schrittmacher implantiert?

Ein Herzschrittmacher ist Personen zu empfehlen, deren Herz zu langsam schlägt oder bei denen der Herzschlag zeitweise aussetzt. Dabei kann die Störung im Taktgeber des Herzens (Sinusknoten) liegen oder aber in der Weiterleitung der Herzerregung.
Möglich ist auch das autonome Entstehen von Erregungen in Bereichen des Herzens. Manchmal führen auch rasche Kopfbewegungen oder eine Reizung der Halsschlagader zu einem verlangsamten Herzschlag (Karotissinus-Syndrom).
Eine weitere Indikation kann das Vorhofflimmern sein, bei dem der Vorhof schnell und infeffektiv schlägt, die Schläge aber nur zum Teil auf die Kammern weitergeleitet werden.

Was ist im Vorfeld der Operation nötig?

Betroffene sollten bei Bedarf einige Tage vor dem Eingriff blutverdünnende Medikamente absetzen. Die Einnahme anderer Medikamente ist medizinisch abzuklären. Ist eine Vollnarkose nötig, müssen Betroffene mindestens sechs Stunden vor der Operation nüchtern bleiben, auch Rauchen ist nicht erlaubt.

Wie läuft der Eingriff ab?

Das Operationsgebiet wird betäubt und desinfiziert. Unterhalb des Schlüsselbeins kann nach Eröffnung der Haut der Herzschrittmacher mit dem Aggregat eingelegt werden. Über eine Vene im Schlüsselbereich lassen sich die Drähte mit den Elektroden unter Röntgensichtkontrolle bis zum Herz vorschieben. Haben die Elektroden Kontakt zu dem ausgewählten Herzmuskelgewebe im Bereich des Vorhofs oder der Kammer, lassen sich diese verankern, sodass sie ins Gewebe einwachsen. Das Verbinden der Elektroden mit dem Aggregat und die anschließende Funktionsüberprüfung beenden den Eingriff. Das Aggregat wird auf dem Muskel mit einer Naht fixiert und die Wunde verschlossen. Der Eingriff dauert zwischen 30 und 60 Minuten.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Nach dem Eingriff steht der Operierte noch für einige Zeit unter Beobachtung. Die Verabreichung von Beruhigungsmitteln oder eine Vollnarkose bedeutet, dass die Personen an diesem Tag kein Auto führen dürfen. Betroffene sollten sich am besten abholen lassen oder aber mit dem Taxi fahren. Nach einer Vollnarkose ist aber Betreuung zuhause notwendig. In den ersten Tagen sollte sich der Operierte schonen und nicht allzu heftige Bewegungen ausführen, da sich die Elektroden lockern könnten.

Alternativen zu Herzschrittmacher

Alternativen zur Herzschrittmacher-Therapie gibt es derzeit noch nicht. Noch im experimentellen Stadium sind sogenannte biologische Herzschrittmacher, die aus Stammzellen bestehen und implantiert werden.

Mögliche Komplikationen

Der Eingriff ist komplikationsarm, dennoch kann es zu Problemen kommen:
  • Fehlende Verbindung zwischen Elektroden und Herzschrittmacher
  • Fehlende Funktion des Schrittmachers
  • Verrutschen der Elektroden
  • Verletzungen von Herz oder Lunge
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Fremdkörpergefühl
  • Schluckauf.
Treten die ursprünglichen Beschwerden erneut auf, ist eine Überprüfung der Herzschrittmacherfunktion notwendig.

Kosten zu Herzschrittmacher

Ist die Implantation eines Herzschrittmachers medizinisch nötig, übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Kosten der Behandlung.

Daten/Fakten zu Herzschrittmacher

Häufigkeit und Wartung

Jährlich werden in Deutschland etwa 70.000 Herzschrittmacher implantiert. Die Mindestlaufzeit des Geräts soll nach Forderungen der Qualitätssicherung sechs Jahre betragen, doch wird diese Zeit oftmals unterschritten. Mehrstufige Warnhinweise unterrichten den Behandler vom drohenden Verlust der Batteriefunktion. Auch nach der letzten Warnstufe läuft das Gerät im Energiesparmodus für drei bis sechs Monate weiter. Die Wartung der Geräte erfolgt alle drei bis sechs Monate, in der Anfangsphase häufiger.

Störungsanfälligkeit

Der Herzschrittmacher ist weniger störungsanfällig als oft vermutet.
Dennoch ist zu beachten:
  • Handys sollten in einer Entfernung von zehn Zentimetern gehalten werden
  • Vor Diebstahlschleusen im Kaufhaus nicht verweilen
  • Medizinischer Bereich: Besonders die Nähe zu Magnetfeldern bei der Kernspintomografie kann die Funktion stören. Vor geplanten medizinischen Untersuchungen also immer den Herzschrittmacherausweis vorzeigen
  • Waffensuchgeräte am Flughafen sind nicht gefährlich.

Links zu Herzschrittmacher

Bundesverband für Ambulantes Operieren
Geschäftsstelle Bonn
Sterntorbrücke 1
53111 Bonn

Geschäftsstelle:
Frau Edith Bussjäger
Tel: 0228 - 692 423
Fax: 0228 - 631 715
E-Mail: baobonn@operieren.de
http://www.operieren.de/content/e3224/e10/e6846/e6851/e6892/

Deutsche Herzstiftung e. V.
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt am Main
Tel: 069 - 955 128 0
Fax: 069 - 955 128 313
E-Mail: info@herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de

Informationen
www.uniklinikum-saarland.de

http://www.herzstiftung.de/Herzschrittmacher-Implantation.html

Herzschrittmacher im Urlaub
http://www.herzstiftung.de/Herzschrittmacher-Urlaub.html
Autor: Hofmann, Julia22.09.2015

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