Zeckenbiss-Fieber

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Wissen zu Zeckenbiss-Fieber

Das Zeckenbiss-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die von der Zecke an den Menschen weitergegeben wird. Durch eine Blutmahlzeit an einem befallenen Tier nimmt die Zecke den Erreger auf und gibt ihn beim nächsten Biss weiter. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich im Frühjahr häufig im Wald aufhalten.
Die Erreger sind verschiedene Unterarten des Bakteriums Rickettsia.
Auch wenn das Zeckenbiss-Fieber von verschiedenen Unterarten der Rickettsia verursacht wird, können zwei Formen unterschieden werden:

  • Zeckenbiss-Fieber der Alten Welt (Rickettsia conorii)
  • Zeckenbiss-Fieber der Neuen Welt (Rickettsia rickettsii).

Unterarten

  • australisches Zeckenbiss-Fieber
  • nordasiatisches Zeckenbiss-Fieber
  • Rocky-Mountains-Fleckfieber
  • Mittelmeer-Zeckenbissfieber

Ursachen

Nagetiere sind häufig mit Rickettsien infiziert. Wenn die Zecke eines ihrer Opfer beißt, werden die Bakterien auf sie übertragen. Beim nächsten Biss überträgt dann die Zecke die Rickettsien weiter. Im Mittelmeerraum wird das Zeckenbiss-Fieber auch durch Hunde übertragen und gelangt so ebenfalls nach Deutschland.

Diagnose zu Zeckenbiss-Fieber

Das Zeckenbiss-Fieber kann im Labor auf Antikörper gegen Rickettsien im Blut festgestellt werden. Dieser Test ist schon einige Tage nach der Infektion durchführbar. Eine weitere Möglichkeit zur Krankheitsfeststellung ist eine Gewebeentnahme der Haut. Geben Sie bei der Untersuchung bitta auch an, ob Sie einen Auslandsaufenthalt oder Kontakt mit Tieren hatten.

Symptome

Da es verschiedene Arten des Zeckenbiss-Fiebers gibt, sind auch die Symptome der Erkrankung unterschiedlich:

Rocky Mountains-Fleckfieber

  • Kopf- und Muskelschmerzen für zwei bis drei Wochen
  • hohes Fieber und rötliche Flecken auf der Haut (daher der Name Fleckfieber) mit Bildung von Eiter
  • Wird das Fleckfieber nicht behandelt, kann es zu einer Lungenentzündung mit Versagen des Kreislaufs sowie in schweren Verläufen bis zum Aussetzen der Herzfunktion und damit zum Eintritt des Todes kommen.

Tsutsugamushi-Fieber

  • ähnelt in den Symptomen dem Rocky Mountains-Fleckfieber
  • gelegentlich Bildung eines Ulkus (Geschwürs) an der Bissstelle

Rickettsienpocken

  • Symptome sind dem des Rocky Mountains-Fleckfiebers verwandt, wobei der Hautausschlag eher Windpocken ähnelt.

Behandlung zu Zeckenbiss-Fieber

Das Zeckenbiss-Fieber wird grundsätzlich mit Antibiotika behandelt. Dabei ist es unerheblich, um welche spezielle Art von Rickettsia es sich handelt. Begleitend kann eine Behandlung mit Schmerzmedikamenten sinnvoll sein.

Prognose

Ohne Behandlung versterben beim Rocky Mountains-Fleckfieber ein Drittel der Betroffenen. Mit Therapie sinkt die Zahl der Sterbefälle auf unter drei Fälle auf einhundert Infizierte ab. Beim Tsutsugamushi-Fieber können durch frühzeitige Behandlung Todesfälle ganz vermieden werden, wobei unbehandelt auch ein Drittel der Infizierten versterben. Der Verlauf bei Rickettsienpocken ist auch ohne Behandlung so gemäßigt, dass kaum Todesfälle auftreten.

Selbsthilfe zu Zeckenbiss-Fieber

Zur Vorbeugung von Zeckenbissen sollten Sie Waldspaziergänge meiden, bei denen sie durch hohe Gräser oder Gebüsch laufen müssen. Auch wenn oft vermutet wird, dass Zecken sich von den Bäumen auf ihre "Opfer" fallen lassen, stimmt dies nicht. Sie werden von Gräsern abgestreift und können dann in warme und dunkle Teile des Körpers vordringen. Vorteilhaft, aber kein hundertprozentiger Schutz, sind lange Hosen. Die Hosenbeine sollten am besten in die Socken gesteckt werden.
Nach einem Aufenthalt im Freien sollten Sie sich nach Zecken absuchen. Auch Ihre Kleidung kann noch Zecken enthalten. Helle Kleidung hilft beim Auffinden der Plagegeister.
Häufige Einstichstellen sind Körperhöhlen (Achseln, Knie) oder gut durchblutete Körperteile, wie Kopfhaut, Hals, hinter dem Ohr und am Haaransatz. An glatter Kleidung (wasserfest) können die Zecken sich schlecht festhalten.
Hilfreich sind auch Insektenschutzmittel für Kleidung und Schuhe. Zeckensalben oder Zeckensprays für die Haut sind meist wenig schützend, können aber zur kurzfristigen Ergänzung dienen.

Die beste Zeckenentfernung

Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Je länger sie am Wirt saugen, um so höher steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion mit Krankheitskeimen. Entfernen Sie die Zecke mit einer speziellen Zeckenzange, Pinzette oder Zeckenkarte. Notfalls reichen auch Fingernägel oder Bindfaden. Dabei sollte das Hinterteil der Zecke nicht gequetscht werden, weil die Gefahr besteht, dass der Mageninhalt in die Wunde gelangt. Keime werden so noch schneller verbreitet. Auch die Verwendung von Kleber oder Öl verbieten sich aus diesem Grund. Zeckenzangen oder Zeckenkarten erhalten Sie in der Apotheke. Die Pinzette sollte so nah wie möglich an der betroffenen Hautstelle angesetzt werden, damit die Zecke gut zu greifen ist.
Leicht drehend, ohne Quetschen, sollte die Zecke schnell gezogen werden. Nach der Prozedur ist eine Desinfektion der Bissstelle ratsam. Verbleiben Teile der Zecke in der Haut, sollte zur vollständigen Entfernung medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Links zu Zeckenbiss-Fieber

Wichtige Anlaufstellen für Fragen zum Zeckenbiss-Fieber


Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 54-0
Fax: 030 - 187 54-23 28
http://www.rki.de

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e. V.
Info Service
Postfach 40 04 66
80704 München
Tel: 089 - 218 038 30
Fax: 089 - 336 038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int

http://www.fit-for-travel.de

Auswärtiges Amt Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 500 00
Fax: 030 - 500 034 02
http://www.auswaertiges-amt.de
Autor: Bauer, Jana28.06.2018

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