Toxisches Schock-Syndrom

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Wissen zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Das Toxische Schocksyndrom ist ein sehr schweres Krankheitsbild, das durch Bakteriengifte ausgelöst wird.
Ursächliche Bakterien sind Staphylokokken (Staphylokokkus aureus), die die Haut des Menschen bewohnen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist Träger der Bakterien, oft ohne das zu wissen. Die Bakterien machen nicht automatisch krank und bilden auch nur zu einem Prozent das gefährliche Gift. Beim Toxischen Schocksyndrom handelt es sich um ein Organversagen mit Blutvergiftung (Sepsis). In bis zu 90 Prozent der Fälle sind junge Frauen und Mädchen betroffen, die während der Menstruation sehr saugfähige Tampons benutzen. Umgangssprachlich nennt man die Erkrankung auch "Tamponkrankheit". Tampons können das Scheidenmilieu so verändern, dass die Bakterien zur Giftbildung angeregt werden.
Das Syndrom kann aber auch durch mit Bakterien besiedelten Wunden entstehen. Warum die seltene Krankheit bei Mädchen und Frauen entsteht, die Tampons benutzen, ist nicht sicher geklärt. Sie sollten darauf achten, Tampons zu benutzen, die möglichst der Stärke der Blutung angemessen sind. Auf zu große und zu lang getragene Tampons sollte verzichtet werden. Einen Schutz bietet auch zumindest das zwischenzeitliche Tragen von Binden.

Ursachen

Etwa ein Prozent der Stämme des Staphylokokkus aureus können das gefährliche Gift bilden, das in den Blutkreislauf gelangt und Organe schädigt.

Diagnose zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Das Toxische Schocksyndrom beginnt plötzlich bei zuvor völlig gesunden Menschen. Wegweisend sind die Symptome und der Hinweis von Frauen auf die Monatsblutung. Ein Abstrich aus Vagina, von Schleimhäuten oder Wunden ermöglicht den Nachweis der giftbildenden Bakterien im Labor. Eine Blutuntersuchung zeigt erhöhte Entzündungswerte und lässt auch einen Antikörpernachweis zu.

Symptome

Aus völliger Gesundheit heraus kommt es zu:
Besonders Fieber, niedriger Blutdruck und Hauterscheinungen sind verdächtig.

Behandlung zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Wichtig ist die Beseitigung der Infektionsursache. Frauen mit Verdacht auf das Toxische Schocksyndrom bei ihrer Monatsblutung sollten einen Tampon sofort entfernen. Die weitere Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Je nach Zustand des Betroffenen ist eine intensivmedizinische Behandlung des Schocks notwendig, denn dieser kann lebensbedrohlich sein. Im Vordergrund steht die Stabilisierung des Kreislaufs. Daneben ist eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt.

Prognose

Die frühe Diagnose und Behandlung sind sehr wichtig, da die Erkrankung mit heftigen Entzündungsreaktionen einhergeht und viele Organe schädigen kann. Die Sterblichkeit ist infolgedessen sehr hoch, wenn keine Therapie erfolgt. Mit einer frühen Behandlung ist die Prognose gut.

Selbsthilfe zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Wenn auch das Risiko, an einem Toxischen Schock-Syndrom zu erkranken, bei Frauen, die während ihrer Menstruation Tampons benutzen, gering ist, empfiehlt sich eine besondere Menstruationshygiene:

  • vor und nach dem Einführen von Tampons Hände waschen
  • die kleinste geeignete Tampongröße verwenden
  • Tampons regelmäßig wechseln
Nachts ist möglicherweise je nach Blutungsstärke das Einlegen einer Binde möglich. Tamponschutzverpackungen sollen nicht beschädigt sein.

Daten/Fakten zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Bis zu 90 Prozent der Menschen bilden gegen die gefährlichen Gifte Antikörper. Dies erklärt möglicherweise, warum häufiger junge Frauen und Mädchen erkranken. Möglicherweise bilden sie keine oder zu wenig Antikörper. Das Toxische Schocksyndrom ist selten und betrifft etwa einen von 200.000 Menschen. Die Zahlen der mit der Menstruation in Zusammenhang stehenden Fälle nahm überdies ab, da besonders saugfähige Tampons vom Markt genommen wurden.

Links zu Toxisches Schock-Syndrom (TSS)

Berufsverband der Frauenärzte e. V.
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Tel.: 089 - 244 46 60
Fax: 089 - 244 466-100
E-Mail: bvf@bvf.de
http://www.bvf.de
Autor: Hofmann, Julia28.06.2018

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