Tetanus (Wundstarrkrampf)

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Wissen zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus ist eine schwere Infektionskrankheit, dessen Symptome durch das von dem Erreger Clostridium tetani produzierte Nervengift verursacht wird. Eintrittspforte für den Erreger sind Wunden, wobei dies kleinste, auch unbemerkte Hautverletzungen wie beispielsweise Risse an den Fingern sein können.
Der Erreger kommt in erster Linie im Erdreich vor und kann bei unzähligen Alltagstätigkeiten (vor allem jeglicher Gartenarbeit) eine Infektion auslösen. Wenige Tage bis Wochen nach einer Keimaufnahme kann es zur Erkrankung kommen. Die Keime vermehren sich im Körper und produzieren ein Nervengift, welches in das zentrale Nervensystem gelangt. Es entsteht das typische Krankheitsbild.

Diagnose zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Für die Diagnose sind die beobachteten Symptome und das typische Krankheitsbild ausreichend. Spezielle Labor- oder Gerätediagnostik ist nicht erforderlich.

Symptome

  • allgemeines Krankheitsgefühl, gefolgt von Kribbeln und Taubheitsgefühl im Bereich der ursprünglichen Keimeintrittspforte (oft eine Bagatellverletzung)
  • erhöhte Muskelspannung und Krämpfe, die von geringsten Licht- oder Geräuschreizen ausgelöst werden und oft mit der Folge eines grimassenhaften "Dauergrinsens" bei der Gesichtsmuskulatur beginnen
  • Auf die Nacken- und Rückenmuskulatur übergehende Krämpfe
  • Krämpfe bis hin zu einer nach hinten fixierten Krümmung des Körpers.
  • Bei Beteiligung der Schlund- und Rachenmuskulatur besteht das Risiko einer durch eingeatmeten Speichel oder Nahrung verursachten Lungenentzündung und damit drohender Erstickungsgefahr.

Behandlung zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Bei Verdacht auf eine Tetanusinfektion ist eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Um das Gift zu neutralisieren, wird ein Immunserum verabreicht. Zu den begleitenden Maßnahmen gehören eine Entspannung der Muskulatur durch Medikamente und künstliche Beatmung. Zudem wird eine sorgfältige Wundreinigung an der Keimeintrittspforte durchgeführt.

Prognose

Trotz maximaler Intensivtherapie sterben immer noch zehn bis zwanzig Prozent der Erkrankten an dieser Infektion.

Selbsthilfe zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Den einzigen Schutz vor Tetanus bietet eine abgeschlossene Immunisierung durch Impfung. Die Grundimmunisierung wird im Säuglingsalter mit drei Impfungen durchgeführt. Eine vierte Impfung folgt im zweiten Lebensjahr. Die nächste Impfung sollte im sechsten Lebensjahr, eine weitere mit circa zwölf Jahren erfolgen. Danach ist alle zehn Jahre an eine Auffrischungsimpfung ("Boosterung") zu denken.
Ist es zu einer Verletzung gekommen und eine Auffrischungsimpfung wurde versäumt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der zuletzt durchgeführten Auffrischungsimpfung und der Schwere der Verletzung über das weitere Vorgehen entscheidet.
Normalerweise wird bei kompletter Grundimmunisierung und einem mehr als zehnjährigen Abstand zur letzten Auffrischung lediglich eine erneute Auffrischungsimpfung vorgenommen. Bei einer schweren Verletzung kann diese auch bei kürzerem Abstand zur letzten Impfung durchgeführt werden. Bei unvollständiger Grundimmunisierung beziehungsweise unbekanntem Impfstatus muss die Gabe von Immunglobulinen erfolgen (passive Impfung). Sie bietet einen sofortigen Krankheitsschutz, der bei normaler (aktiver) Impfung erst vom Körper aufgebaut werden muss.

Daten/Fakten zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus kommt weltweit mit ca 300.000 bis 500.000 Fällen pro Jahr vor, wobei die Sterblichkeit bei circa 45 Prozent liegt. Der Schwerpunkt der Erkrankung befindet sich in den Entwicklungsländern, da die Bevölkerung dort nur selten geimpft ist. Besonders hoch ist die Sterblichkeit bei Neugeborenen, bei denen durch unsterile Abnabelung die Erreger über den Nabelstumpf in den Körper gelangen. Da die Mütter meist nicht geimpft sind, haben die Kinder auch keine Abwehrstoffe ("Nestschutz") gegen diese Erkrankung mitbekommen.

Rechtzeitige Impfung ist das A und O!

Das bedeutet bei korrekter Grundimmunisierung, die im Babyalter abgeschlossen worden sein sollte, eine Spritze alle zehn Jahre. Da heute ein Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio empfohlen wird, schützt eine solche Impfung zudem noch gegen weitere Erkrankungen.

Links zu Tetanus (Wundstarrkrampf)

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 542 328
http://www.rki.de

Paul-Ehrlich-Institut
Bundesamt für Sera und Impfstoffe
Paul-Ehrlich-Straße 51-59
63225 Langen
Tel: 06103 - 771 030
Fax: 06103 - 771 256
http://www.pei.de
Autor: Schmitt, Sabine23.11.2016

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