Pocken

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Wissen zu Pocken

Pocken sind eine hochgradig ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, ausgelöst durch das sogenannte Variola-Virus. In früheren Zeiten ist fast ein Drittel der Patienten an Pocken gestorben. 1967 wurden weltweite Impfungen durchgesetzt und seit 1979 gelten Wild-Pocken, deren Wirt allein der Mensch ist, als ausgerottet. Deshalb wurden die Impfungen, die mit seltenen, aber schweren Komplikationen verbunden waren, eingestellt. Offiziell existieren Pockenstämme weltweit nur noch in zwei von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kontrollierten Labors. Inoffiziell könnten aber weiterhin Virenstämme existieren.
Deshalb scheint es möglich, dass Pocken als Biowaffen im Terrorismus eingesetzt werden könnten, weshalb der Pockenimpfstoff vorrätig ist. Alle Bundesbürger könnten im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit geimpft werden. Viele der über 38-jährigen Menschen haben noch Impfungen erhalten, auch wenn diese nicht immer vollständig sind. Sie wären im Ernstfall in höherem Maße geschützt als jüngere Menschen, Jugendliche und Kinder, die keinen Impfschutz erhalten haben.

Ursachen

Auslöser von Pocken ist das Variola-Virus. Das Virus wird direkt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen übertragen. Husten, Niesen und Sprechen setzen infektiöse Tröpfchen in die Luft frei. Über die Atemluft und die Schleimhäute des Nasenrachenraumes infizieren sich andere Menschen. Eine Infektion ist aber auch über Gegenstände möglich.

Diagnose zu Pocken

Typische Hautveränderungen und Fieber deuten auf die Erkrankung hin. Viele Behandler haben die Krankheitserscheinungen aber noch nie gesehen und müssten anhand von Trainingsmaterial lernen, die Erkrankung zu erkennen. Untersuchungsmaterial kann aus Bläschen und Pusteln der Haut stammen, das mit dem Elektronenmikroskop untersucht wird, ebenso finden sich im Blut Antikörper.

Symptome

Etwa zwei Wochen nach der Infektion kommt es zu ersten Beschwerden, die zwei bis vier Tage lang anhalten. Es handelt sich um grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Kreuzschmerzen und eine Atemwegsentzündung. Ersten Hauterscheinungen auf der Zunge folgt ein Fieberabfall und die für die Pocken typischen Hauterscheinungen. Vom Gesicht ausgehend bilden sich blassrote Flecken, die sich auf den ganzen Körper und die Arme und Beine ausbreiten. Aus den Flecken entstehen Knoten mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen. Die Bläschen verwandeln sich in Pusteln, die langsam verkrusten und verschorfen. Das Abstoßen des Schorfs ist mit starkem Juckreiz verbunden und es entstehen besonders im Gesicht Narben.
Während der Zeit der Hauterscheinungen leidet der Betroffene unter treppenförmig ansteigendem Fieber mit Verwirrtheit, Desorientierung und Wahnvortellungen (Delirium). In dieser Phase besteht ein erhöhtes Todesrisiko. Eine besonders schwer verlaufende Pockenform sind die schwarzen Pocken, eine weniger schwer verlaufende die weißen Pocken.

Behandlung zu Pocken

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich. Lediglich die Symptome lassen sich bekämpfen. Bettruhe, fiebersenkende Medikamente und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können die Heilung lediglich unterstützen. Wichtig ist die Quarantäne Pockenkranker, da die Krankheit hochansteckend ist. Wohnräume, Kleidungsstücke und Gegenstände müssen desinfiziert werden. Nach vermuteter Infektion ist in den ersten vier Tagen noch eine Impfung möglich.

Prognose

Etwa 30 Prozent der mit Pocken infizierten Menschen überlebt die Erkrankung nicht. Noch höher ist die Todesrate bei den schwarzen Pocken. Überlebende sind im Gesicht meist von Narben gezeichnet, auch eine Erblindung ist häufig. Bei tödlichem Verlauf sterben die meisten Betroffenen in der ersten Krankheitswoche.

Selbsthilfe zu Pocken

Da Pocken als ausgerottet gelten, sind keine Maßnahmen bedeutsam, die vor der Erkrankung schützen. Im Ernstfall könnte lediglich eine rechtzeitige Impfung einen wirksamen Schutz bieten. Hierbei werden Kuhpockenviren eingesetzt.

Daten/Fakten zu Pocken

Pocken gelten seit 1979 als offiziell ausgerottet, sodass die Erkrankung weltweit nicht mehr auftritt. Früher übliche Pockenimpfungen waren in ein bis vier Fällen pro 1.000.000 Geimpften mit Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden. Besonders gefürchtet war eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die zu bleibenden Schäden und zum Tod führen konnte.

Links zu Pocken

Informationen des Robert Koch Institus (RKI)
www.rki.de/Pocken
Autor: Hofmann, Julia06.02.2017

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