Gefahr beim Verzehr von Lupinensamen

Lupinensamen gelten als vorteilhaft für Allergiker. Experten warnen vor Vergiftungen durch die Bitterlupine. Das ist besonders relevant, wenn Samen gekauft wurden, die selbst zubereitet werden. Hier ist vorherige Entgiftung notwendig.


Lupinensamen in Lebensmitteln 

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vereinzelt zu Vergiftungen nach dem Verzehr von Bitterlupinensamen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Innerhalb von sechs Jahren meldete die Giftnotrufzentrale demnach 30 Vergiftungsfälle mit unterschiedlichen Graden der Vergiftung.

"Beim Kauf unterschiedlicher Lupinensamen ist meist kaum ersichtlich, ob es sich um Bitterlupensamen handelt", warnt BfR-Präsident Andreas Hensel. Bitterlupinensamen enthalten giftige Alkaloide, von denen Süßlupinensamen frei sind. Bitterlupinenensamen müssen deshalb vor dem Verzehr bei der Verarbeitung entgiftet werden.

Lupinensamen spielen in der Lebensmittelproduktion eine immer größere Rolle. Sie sind Bestandteil von glutenfreien Teig- und Backwaren und in Produkten für Milcheiweißallergiker enthalten. Je nach Art und Herkunft können die Samen bittere Chinolizidinalkaloide enthalten, so das BfR. Werden diese in einer speziellen Behandlung nicht entfernt, kann es zu Vergiftungssymptomen im Bereich des Nerven-, Kreislauf- und Verdauungssystems kommen.


Fachgerechte Entbitterung von Bittersamen schützt

Das BfR empfiehlt Produkte, die ausdrücklich Süßlupinensamen oder entbitterte Bitterlupinensamen deklarieren. Selbst entbittern sollten die Samen nur Verbraucher, die sich damit auch gut auskennen. Bei den bislang gemeldeten Vergiftungen war das offenbar häufiger nicht der Fall und die küchentechnische Entbitterung fiel ungenügend aus, sodass es zu Vergiftungen kam.

Lupinensamen sind bis heute in verschiedenen Teilen der Erde ein wichtiges Nahrungsmittel. Doch werden die Samen vor dem Verzehr entbittert. Dies ist durch halbstündiges Kochen und anschließendes Wässern über mehrere Tage erreichbar. Allerdings büßen die Samen durch die Behandlung auch an Nährwert ein. Vergiftungen machen sich beispielsweise durch aufsteigende Lähmungen bemerkbar. Warnsignal kann ein bitterer Geschmack sein. Bereits die Dosis von zehn Gramm kann tödlich sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.04.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: