Marihuana schädigt Kreislauf

Die Droge Marihuana beziehungsweise Cannabis könnte das Herzkreislaufsystem mehr schädigen als das Rauchen. Forscher machen ein dreifach erhöhtes Risiko für einen Tod durch Bluthochdruck aus.


Forscher setzen Todesfälle mit Drogenkonsum in Verbindung

Legalisierung und Entkriminalisierung in den USA, aber auch der medizinische Einsatz führe zu einem Anstieg des Konsums von Cannabis, so Studienautorin Barbara A. Yankey von der School of Public Health der Georgia State University in Atlanta. Trotzdem gebe es zu wenig Forschungserkenntnisse über die Auswirkungen des Marihuanakonsums auf das Herzkreislaufsystem.

Die Forscher analysierten rückblickend die Daten der NHANES II-Studie, einer langfristigen nationalen Beobachtungsstudie zur Gesundheit und der Ernährung, deren Teilnehmer 20 Jahre oder älter waren. Sie wurden 2005/2006 zu ihrem Konsum von Marihuana befragt und diese Daten in Beziehung zu Sterbedaten aus der Gesundheitsstatistik von 2011 in Beziehung gesetzt. Von besonderem Interesse waren dabei Todesfälle aufgrund von Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Gefäßerkrankungen des Gehirns.


Cannabiskonsum setzt Herz und Kreislauf zu

Studienteilnehmer mit Marihuanakonsum wiesen demnach ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für einen Tod aufgrund von Bluthochdruck auf. Jedes zusätzliche Jahr des Drogenkonsums trug zu einem weiter steigenden Risiko bei. Die Forscher gehen davon aus, dass das Herzkreislaufrisiko für Marihuanakonsumenten größer ist als das von Rauchern. Auch eine das Gehirn schädigende Wirkung schätzen die Wissenschaftler größer ein.

Die Forscher warnen, die Legalisierung und freie Verfügbarkeit von Cannabis berge möglicherweise ernste Gesundheitsgefahren, deren sich Konsumenten nicht bewusst wären. In den Vordergund gestellt würden meist die positiven Wirkungen der Droge. An langfristige und lebensgefährliche Auswirkungen des Konsums denke aber kaum jemand. Damit Anwender informierte Entscheidungen treffen können, sind weitere Forschungsarbeiten notwendig.

Die Studienergebnisse veröffentlichten die Forscher im "European Journal of Preventive Cardiology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.08.17Zum AnfangZurück

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