Soziale Angst: Kognitive Therapie am wirksamsten

Soziale Phobien sind schwer zu behandeln und die Ergebnisse einer Therapie oft unbefriedigend. Jetzt zeigt eine Studie, dass die kognitive Therapie am vielversprechendsten ist.


85 Prozent der Patienten profitieren auch langfristig von der kognitiven Therapie

Die soziale Phobie gehört zu den Angststörungen. Betroffene fürchten, in Gesellschaft Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und unangnehm aufzufallen beziehungsweise sich zu blamieren. Das kann sich zum Beispiel in übermäßiger Redeangst äußern. Die Angst ist so groß, dass Betroffene angstauslösende Situationen meiden, weshalb ihr Leben stark eingeschränkt sein kann.

Therapeutisch wurden bislang oftmals die kognitive Verhaltenstherapie und Medikamente (Antidepressiva) eingesetzt, da man glaubte, die Kombination sei am wirksamsten. Wie Wissenschaftler der Norwegian University of Science and Technology jetzt herausfanden, ist eine alleinige kognitive Therapie langfristig aber wirksamer als eine Kombination mit Medikamenten oder eine Behandlung mit Medikamenten allein. Zu diesen Ergebnissen kamen die Wissenschaftler nach zehn Jahren Untersuchung.

Demnach erfuhren 85 Prozent der Patienten durch die kognitive Therapie eine langfristige Besserung bzw. teilweise sogar Heilung. An der Studie hatten über 100 Patienten mit Sozialphobie teilgenommen. Nach Einteilung in vier Gruppen erhielten sie jeweils entweder nur Medikamente, nur eine kognitive Therapie, eine Kombination aus beidem oder ein Scheinpräparat. 


Forscher möchten kognitive Therapie verbessern

Während der Behandlung und kurz danach schnitten Patienten mit einer kombinierten Therapie aus kognitiver Therapie/Medikamenten oder kognitiver Therapie allein ähnlich gut ab. Nach einem Jahr jedoch zeigte sich, dass Patienten mit alleiniger kognitiver Therapie am besten fuhren. Die Erfolgsrate ließ sich mit der Monotherapie um 20 bis 25 Prozent steigern.

Die Forscher halten die Studie für eine der besten Untersuchungen, die derzeit verfügbar ist. Es habe sich gezeigt, dass auch psychiatrische Störungen mit der richtigen Behandlung gut zu behandeln wären. Da etwa zwölf Prozent der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben von der Krankheit betroffen seien, sei eine erfolgreiche und langfristig wirksame Behandlung bedeutsam.

Die Forscher arbeiten derzeit an einer Verbesserung des Standards der kognitiven Therapie, um noch gezielter und erfolgreicher behandeln zu können. Ergebnisse ihrer Studie wurden in der Fachzeitschrift "Psychotherapy and Psychosomatics" veröffentlicht.

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