Frauengehirne sind aktiver

Die Gehirne von Frauen und Männern sind unterschiedlich aktiv, finden Forscher anhand von Untersuchungen mit der funktionellen Bildgebung heraus. Die Erkenntnis könnte helfen, bestimmte Erkrankungen von Frauen und Männern gezielter zu behandeln.


Unterschiede in der Hirnfunktion erklären Krankheitshäufigkeiten

Die Untersuchung von mehr als 46.000 menschlichen Gehirnen mit der funktionellen Tomographie brachte es an den Tag: Frauen- und Männergehirne ticken anders. Geschlechtsspezifische Unterschiede zu verstehen, wäre wichtig, um die unterschiedlichen Krankheitsrisiken von Frauen und Männern zu erklären und in der Therapie zielgerichteter angreifen zu können, so US-Psychiater.

Den Untersuchungen zufolge sind weibliche Gehirne in sehr viel mehr Gehirnarealen aktiv als Gehirne von Männern. Besonders im vorderen Stirnbereich, dem präfrontalen Cortex, der mit Konzentration und Impulskontrolle in Zusammenhang steht, aber auch im limbischen System und Gehirnbereichen, die mit Emotionen in Verbindung stehen, zeigten Frauen und Männer verschieden starke Aktivitäten.

Die Forscher hatten gesunde Menschen, aber auch Kranke zum Beispiel mit Schizophrenie, bipolarer Störung, Depressionen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) untersucht, während die Studienteilnehmer Aufgaben lösten. 

Es ist bekannt, dass einige Krankheiten bei Frauen und Männern verschieden häufig vorkommen. Während Frauen zum Beispiel häufiger an Depressionen oder der Alzheimerdemenz erkranken, leiden mehr Jungen an ADHS, Impulskontrollstörungen oder anderen Krankheiten. 


Forscher hoffen auf zielgerichtetere Behandlungen

Diese Unterschiede ließen sich möglicherweise durch verschiedene Strukturen und Funktionen erklären. Die vermehrte Durchblutung im präfrontalen Cortex von Frauen hilft etwa zu erklären, warum Frauen in punkto Empathie, Intuition, Zusammenarbeit oder Selbstkontrolle stärker wären, so die Forscher. Sie wären aber auch anfälliger für Angst, Depressionen, Schlafstörungen und Essstörungen.

Die Definition der geschlechtsspezifischen strukturellen und physiologischen Basis der Gehirnfunktion hilft auch, die Entstehung der Alzheimerkrankheit besser zu verstehen. 

Ergebnisse der Untersuchung wurden im "Journal of Alzheimer's Disease" veröffentlicht.

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