Forscher warnen vor alternativen Krebstherapien

Forscher verglichen den Behandlungserfolg von alternativen und konventionellen Krebstherapien und warnen vor einer alleinigen alternativen Behandlung von Krebsleiden. Die Todeszahlen sind bei alternativen Behandlungen angeblich höher. 


Studien zu alternativen Krebstherapien fehlen

Patienten, die unter einer potenziell heilbaren Krebserkrankung leiden, sollten sich nicht nur auf alternative Behandlungen verlassen, so US-Forscher. Bei alleinigen alternativen Therapien ist das Todesrisiko eventuell erhöht, so die Wissenschaftler der Yale School of Medicine und vom Yale Cancer Institute. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie im "Journal of the National Cancer Institute".

Einige von Krebskrankheiten betroffene Menschen und ihre Familienmitglieder interessieren sich für alternative Behandlungen oder lehnen eine konventionelle Krebstherapie ab. Alternative Krebstherapien werden immer wieder diskutiert und in die Presse gelangen oftmals Fälle von Fehlbehandlungen. Wenn auch allgemein geglaubt wird, dass konventionelle Krebsbehandlungen die besten Überlebenschancen bieten, gibt es nur wenige Forschungsarbeiten zur Wirksamkeit alternativer Behandlungen bei Krebs. Insbesondere fehlen Daten zur einer alleinigen alternativen Therapie, was die Beurteilung erschwert. 


Höhere Überlebenschance bei konventioneller Krebstherapie

Die US-Wissenschaftler, die in ihrer Praxis häufig mit Patienten konfrontiert sind, die nach einem alternativen Behandlungsversuch behandelt werden, untersuchten deshalb 840 Patienten mit Krebs der Brust, Prostata, Lunge und des Darms. 280 Patienten hatten eine alternative Therapie in Anspruch genommen, 560 hatten sich einer konventionellen Krebsbehandlung unterzogen.

Auswertungen zeigen, dass Patienten, die alternativ behandelt wurden anstatt Chemotherapie, Operationen oder Strahlentherapie zu erhalten, häufiger starben. Patienten sollten sich bewusst sein, dass die Entscheidung für eine alternative Krebsbehandlung nicht von Studien gedeckt und der Ausgang ungewiss ist, so die Wissenschaftler. Mehr Studien sollten folgen, damit Betroffene informierte Entscheidungen treffen könnten. Es sei nicht auszuschließen, dass einige Behandlungen nützlich sind, möglicherweise auch als ergänzende Behandlung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.09.17Zum AnfangZurück

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