Mit Bus und Bahn zu mehr Gesundheit

Wer lieber mit dem Auto zur Arbeit fährt und öffentliche Verkehrsmittel meidet, sollte sich das noch einmal überlegen: Bus- und Bahnnutzer haben geringere Risiken für Übergewicht, Bluthochdruck und Zuckererkrankung, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. 

 

 

Wie steht der Arbeitsweg mit der Gesundheit in Zusammenhang?

 

Da denkt sich sicher manch einer, es sei in Anbetracht der Winterzeit und der sich derzeit oftmals epidemisch verbreitender Erkältungswellen ein Segen, mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können. Doch dieses Risiko erscheint möglicherwiese in Anbetracht der neuesten Studienergebnisse aus Japan eher vernachlässigbar zu sein. Denn wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, mindert andere Erkrankungsrisiken, die das Leben wahrscheinlich nachhaltiger beeinflussen als eine banale Erkältungskrankheit.

 

Hoher Blutdruck, Übergewicht und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind nicht nur Volkskrankheiten, sondern auch Risikofaktoren für Herzerkrankungen wie den Herzinfarkt. Es ist bekannt, dass Sport diese Risikofaktoren reduzieren kann, unklar ist aber, ob sich die Risikofaktoren durch die Art des zur Arbeit genommenen Weges beeinflussen lassen.

 

Wissenschaftler aus Osaka in Japan analysierten die Daten von über 5.900 Erwachsenen. Diese hatten sich im Jahr 2012 einer Gesundheitsuntersuchung unterzogen, bei der sie auch nach der Bewältigung ihres Arbeitsweges gefragt wurden. Die Studienteilnehmer teilten die Forscher in drei Gruppen ein: Menschen, die das Auto nutzten, andere, die mit Bus oder Bahn zur Arbeit kamen und jene, die zu Fuß liefen oder das Fahrrad bemühten.

 

 

Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel weisen klare Gesundheitsvorteile auf

 

Das Ergebnis zeigte, dass Männer eher mit dem Auto zur Arbeit fuhren. Frauen nutzen häufiger öffentliche Transportmittel, liefen oder fuhren mit dem Fahrrad. Im Vergleich zu Autofahrern waren Studienteilnehmer, die mit Bus und Bahn zur Arbeit gelangten, zu 44 Prozent weniger wahrscheinlich übergewichtig, hatten zu 34 Prozent wahrscheinlicher keine Zuckererkrankung und litten zu 27 Prozent weniger wahrscheinlich an Bluthochdruck.

 

Überraschenderweise waren nicht nur die Krankheitsrisiken der Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel gegenüber Autofahrern reduziert. Auch hatten die Bus- und Bahnliebhaber gegenüber den Fußgängern oder Fahrradfahrern gesundheitliche Vorteile bezüglich der genannten Erkrankungen.

 

Die Forscher empfehlen sich zu überlegen, ob Arbeitnehmer nicht doch lieber anstatt des Autos öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen, da sie das gesünder halten könnte als andere Maßnahmen. Wege zu Bus- oder Bahnstationen können möglicherweise einen guten Teil des täglichen Bedarfs an Bewegung abdecken. Ergebnisse der Studie stellten die Wissenschaftler anlässlich der "American Heart Association Scientific Sessions" in Orlando, Florida vor. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.11.15Zum AnfangZurück

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