Jobstress so schädlich wie Passivrauch

Stresszeiten im Job kennen viele Menschen. Überforderung, Überstunden und fehlende Entspannung tragen dazu bei. Dass sich diese vergleichbar dem Passivrauchen auf die Gesundheit auswirken, ergab eine US-Untersuchung. Allerdings werden die Auswirkungen des Stresses am oder durch den Arbeitsplatz bislang noch zu wenig beachtet.

 

 

Jobunsicherheit als wichtiger Stressor

 

Stress im oder durch den Job ist ein noch zu wenig beachtetes Thema in Unternehmen und in der Öffentlichkeit. Dabei kann Stress das Risiko von Erkrankungen wie Herzinfarkt,  Zuckerkrankheit und Alzheimererkrankung erhöhen.

 

Forscher der Harvard Business School in Boston und der Stanford University analysierten nun 228 Studien zum Thema Jobstressoren und Gesundheit. Sie fanden heraus, dass Arbeitnehmer mit hohen Jobanforderungen zu 50 Prozent wahrscheinlicher die Diagnose einer Erkrankung erhalten als jene ohne diese Stressoren. Angst vor dem Jobverlust erhöhte das Risiko einer schlechten psychischen und körperlichen Gesundheit um 50 Prozent. Lange Arbeitszeiten waren mit einem um 20 Prozent erhöhten Todesrisiko verbunden.

 

 

Regierungen und Unternehmen gefragt

 

Der Vergleich mit einem hinlänglich bekannten Stressor am Arbeitsplatz, dem Passivrauchen, ergab, dass Jobstress einen ähnlich großen gesundheitlichen Schaden anrichtet. Passivrauchen wurde jedoch gesetzlich reglementiert, sodass das Rauchen mittlerweile an fast allen Arbeitsstätten in den USA und in Europa verboten ist.

 

Mit dem Risikofaktor Stress verhält es sich komplizierter. Bemühungen könnten sich auf ein verbessertes Gesundheitsverhalten von Arbeitnehmern z.B. durch mehr Bewegung konzentrieren. Arbeitszeitgrenzen, reduzierte Schichtarbeit und flexible Arbeitszeiten kämen Arbeitnehmern und der Balance zwischen Arbeit und Privatleben entgegen. Hier sind Gesetze und Bestimmungen von Regierungen und Unternehmen gefragt, so die Wissenschaftler.

 

Die Untersuchung wurde im Journal "Behavioral Science & Policy Association" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.09.15Zum AnfangZurück

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