Weihnachtsmann: Soll man Kinder anlügen?

Kleine Kinder glauben oftmals an den Weihnachtsmann oder das Christkind. Kann die festliche Flunkerei negative Konsequenzen haben? Ja, so Experten. Die Lüge kann für Kinder die Glaubwürdigkeit der Eltern ernsthaft in Frage stellen und kann den moralischen Glauben untergraben.


Forscher diskutieren Pro und Contra der "Weihnachtsmannlüge"

Den meisten Kindern wird von klein auf beigebracht, dass es falsch ist, zu lügen und es richtig ist die Wahrheit zu sagen. Was passiert aber, wenn Kinder entdecken, dass ihre Eltern sie belogen haben und das möglicherweise auch noch jahrelang? Diese Inhalte diskutierten kurz vor Weihnachten britische und australische Psychologen und veröffentlichten dazu einen Essay im Fachjournal "The Lancet Psychiatry". 

Kinder solche Mythen glauben zu lassen sei eine Moral, die zu hinterfragen wäre, so Professor Christopher Boyle von der University of Exeter in Großbritannien. Früher oder später finden alle Kinder heraus, dass nicht stimmt, was ihnen Glauben gemacht wurde. Wichtig sei auch sich zu fragen, inwieweit Lügen dieser Art Kinder auf Wegen beeinflusse, die man zunächst vielleicht nicht Erwägung ziehen würde.

Hilfreich wäre es, sich zu erinnern, als man selbst die Wahrheit erfahren habe und welche Gefühle das ausgelöst habe. Die Forscher halten es für vorstellbar, dass sich zumindest einige Kinder nach Aufdeckung der Wahrheit fragen, inwieweit sie in der Lage sind, den Eltern noch bedingungslos zu vertrauen. Wenn die Eltern doch fähig waren, über eine so spezielle und magische Angelegenheit die Unwahrheit zu sagen.

Die andere Seite der "heiligen Lüge" ist, dass Eltern sich durch sie oftmals in die magische und fantastische Welt der eigenen Kindheit zurückversetzt fühlen. Dies zeigt sich auch in der großen erwachsenen Fangemeinschaft von Geschichten oder Filmen wie Harry Potter, Star Wars und anderen, die eigentlich für Kinder gemacht wurden. Das Zurückkehren in die Fantasiewelt könnte mit den tröstenden Gefühlen verbunden sein, wieder in die Kindheit einzutauchen. Das könnten für Erwachsene magische Erfahrungen sein. Wenn Fantasie akzeptiert und sogar dazu ermutigt wird, obwohl das in Raum und Zeit des Erwachsenenlebens eigentlich keinen Platz hat, ergeben sich auch positive Aspekte.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.11.16Zum AnfangZurück

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