Sind Langschläfer demenzgefährdeter?

Jedes Jahr erkranken etwa 40.000 Menschen neu an einer Demenz. Forscher fanden jetzt heraus, dass Langschläfer gefährdeter sein könnten als Menschen, die nachts eine durchschnittliche Schlafzeit aufweisen. Die Bildung von Menschen könnte mit der Schlafzeit und dem Erkrankungsrisiko verbunden sein.


Schlafdauer, Bildung und Demenz könnten zusammenhängen

Etwa 46 Millionen Menschen leiden weltweit unter einer Demenz. Bis zum Jahr 2050 wird eine Verdreifachung der Anzahl erwartet. Umso wichtiger scheint es, den Ursachen einer Demenzentwicklung auf den Grund zu gehen und Risikofaktoren zu identifizieren, um diese möglichst bereits im Vorfeld zu reduzieren. Auch eine möglichst frühe Behandlung erster Demenzsymptome ist wichtig, um die geistigen Fähigkeiten möglichst lange zu bewahren.

Eine große Studie lässt jetzt vermuten, dass Menschen mit einer längeren Schlafdauer ein erhöhtes Demenzrisiko aufweisen könnten. Neurologen der Boston University School of Medicine veröffentlichten ihre Studie im Journal "Neurology".

Zugrunde liegt die Datenanalyse der bekannten Framingham-Studie, einer großen langzeitig ausgelegten Beobachtungsstudie, die 1948 startete und über 2.500 Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 62 Jahren lange Zeit beobachtete. Die Studienteilnehmer waren Bewohner aus Framingham, Massachusetts und die Beobachtung diente ursprünglich der Identifizierung von Risikofaktoren für Herzkreislaufkrankheiten.


Höheres Risiko bei fehlendem Highschoolabschluss? 

Viele der Studienteilnehmer waren zu ihrer Schlafdauer befragt worden. Die US-Forscher beobachteten, welche von ihnen nach zehn Jahren eine Demenz entwickelt hatten. Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Schlafdauer und der Häufigkeit einer Demenzerkrankung.

Wer nachts neun oder mehr Stunden schlief, entwickelte innerhalb von zehn Jahren doppelt so wahrscheinlich eine Demenz wie Menschen, die weniger schliefen. Dabei schien die Bildung eine Rolle zu spielen. Menschen ohne Highschoolabschluss, die regelmäßig mehr als neun Stunden pro Nacht schliefen, trugen das sechsfache Risiko für eine Demenz. Eine gute Bildung könnte demnach vor einer Demenz schützen.

Menschen, die länger schliefen, schienen zudem ein kleineres Hirnvolumen aufzuweisen. Allerdings kann die Studie aufgrund ihre Designs keine Ursächlichkeit beweisen. Es könnte aber sein, dass langes Schlafen aufmerksam machen sollte. Denn je früher eine Demenz erkannt wird, desto eher kann sie behandelt und damit verzögert werden. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.03.17Zum AnfangZurück

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