Schmerzen mit Demenz verbunden

Ältere Menschen mit anhaltenden Schmerzen entwickeln eher geistige Einbußen als Senioren, die frei von Schmerzen sind. Forscher vermuten, chronische Schmerzen stehen mit Hirnveränderungen in Zusammenhang, die zur einer Demenz führen können.


Chronische Schmerzen kommen bei Senioren oft vor

Leiden ältere Menschen unter chronischen Schmerzen, könnte dies möglicherweise ein Hinweis auf eine sich entwickelnde Demenz sein. Diesen Schluss lässt die Prüfung der Daten aus zwölf Jahren von 10.000 Menschen über 60 Jahren zu. Die Leistungen in Tests zur Prüfung der geistigen Funktion nahmen in zehn Jahren bei Teilnehmern mit moderaten bis starken Schmerzen um 9,2 Prozent schneller ab als die von Studienteilnehmern, die keine Schmerzen angegeben hatten. Menschen, die unter anhaltenden Schmerzen litten, wiesen auch ein geringfügig erhöhtes Demenzrisiko auf. Ergebnisse der noch laufenden Studie wurden in "JAMA Internal Medicine" veröffentlicht.

Schmerzen könnten es Älteren schwermachen, Alltagaufgaben zu bewältigen, so die Forscher. Es sei wichtig, die geistige Funktion und damit die Selbstständigkeit zu erhalten. Das Verständnis des Zusammenhangs zwischen chronischen Schmerzen und kognitivem Abbau sei bedeutsam, da einer von drei älteren Menschen unter chronischen Schmerzen leidet. Auch Demenzerkrankungen nehmen zu.

Die Daten, aus denen die Ergebnisse hervorgehen, stammen aus der noch laufenden nationalen Health and Retirement-Studie mit älteren US-Bürgern. 


Forscher fordern, chronische Schmerzen zu behandeln

Die Forscher glauben, dass sich chronische Schmerzen auf verschiedene Weise auf das Gehirn auswirken könnten. Möglicherweise ist die Aufmerksamkeit und Konzentration durch Schmerzen eingeschränkt und das Gedächtnis leidet. Zudem könnten anhaltende Schmerzen chronische Stressprozesse in Gang setzen, deren Folge ein geistiger Abbau ist.

Chronische Schmerzen sollten behandelt werden, so die Wissenschaftler. Möglicherweise mündeten unbehandelte Schmerzen in einen rascheren geistigen Abbau. Hier könnten verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.06.17Zum AnfangZurück

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