Schlechter Schlaf beeinträchtigt Lernen

Guter Schlaf ist für das Wohlbefinden und die Produktivität wichtig, während schlechter Schlaf eher die Laune sinken lässt und zu Müdigkeit am Tag führt. Schlaf wirkt sich aber auch auf die Lernfähigkeit aus, zeigen Forscher. 


Forscher untersuchen motorische Lernfähigkeit nach schlechtem Schlaf

Wie sich gestörter Schlaf auf die Fähigkeit zu lernen auswirkt, untersuchen Forscher der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Sie wollten wissen, ob und inwieweit sich das Gehirn veränderten Umweltbedingungen wie Schlafunterbrechungen bezüglich des Lernens anpassen kann.

Der motorische Kortex ist ein Bereich der Hirnrinde, der für die Entwicklung und die Kontrolle von Bewegung verantwortlich ist, erklären die Forscher. Die Phase des Tiefschlafs ist für die Bildung und Formung des Gedächtnisses bedeutsam und hilft dem Gehirn, sich nach einem anstrengenden Tag voller Aktivitäten zu erholen.

In der im Journal "Nature Communication" veröffentlichten Studie untersuchten die Schweizer Forscher die motorischen Fähigkeiten von 13 Frauen und Männern nach einer Nacht guten Schlafs und nach einer Nacht mit gestörtem und schlechtem Schlaf. Den Studienteilnehmern wurden verschiedene Aufgaben gestellt. So sollten sie zum Beispiel eine Reihe von Fingerbewegungen erlernen, während die Wissenschaftler ganz genau die Hirnstelle lokalisierten, die durch die Übungen aktiviert wurden. Mit der Elektroenzephalographie maßen die Wissenschaftler die Hirnaktivität während des Schlafs.


Forscher: Gehirn muss sich erholen, um zu lernen

Nach der ersten Einheit an Bewegungsübungen schliefen die Teilnehmer nachts einen ungestörten Schlaf. Nach der nächsten Bewegungsübung am Folgetag schliefen die Probanden und wurden aber währenddessen gestört. Die Forscher unterbrachen die Tiefschlafphase, ohne dass die Teilnehmer dies jedoch merkten.

Am nächsten Tag lernten die Studienteilnehmer neue Bewegungen. Dies gelang erwartungsgemäß am Morgen besser als zu späten Tageszeiten. Im Verlauf des Tages machten die Teilnehmer immer mehr Fehler, was ebenfalls zu erwarten war. 

Allerdings war das Lernen nach einem ungestörten Nachtschlaf wesentlicher effektiver als nach gestörtem Schlaf. Nach Nächten mit unterbrochenem Tiefschlaf lernten die Studienteilnehmer bereits am Morgen so schlecht wie sonst nur am Abend. 

Die Forscher vermuten, dass die Nervenverbindungen nach gestörtem Schlaf nicht ausgeruht genug sind, um einwandfrei zu funktionieren und das Lernen nach schlechtem Schlaf deshalb erschwert ist. Die Synapsen hätten sich einfach nicht erholt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.06.17Zum AnfangZurück

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