Schlaganfall: Erholung mit Reiten und Musik

Schlaganfallpatienten erholen sich möglicherweise besser, wenn sie eine Reit- und Musiktherapie erhalten. Dies zeigt eine aktuelle Studie, über die das "Deutsche Ärzteblatt" berichtet. 


Musik- und Reittherapie: sinnliche Erfahrungen nach Schlaganfall

Reit- und Musiktherapie könnten nach einem Schlaganfall die Erholung von Patienten fördern. Eine im Fachjournal "Stroke" veröffentlichte Studie belegt, dass die Behandlung nicht nur das subjektive Befinden positiv beeinflusst, sondern auch Gang, Gleichgewicht, Griffstärke und geistige Leistung verbessert. 

Rehabilitationsmaßnahmen sollen Schlaganfallpatienten helfen, ihre Fähigkeiten wieder zu erlangen, die durch den Schlaganfall beeinträchtigt wurden. In Physio- und Ergotherapie liegt der Fokus jedoch in der Regel auf einzelnen Aspekten der neurologischen Beeinträchtigung. Mit multimodalen Behandlungen wie Musik- und Reittherapie lassen sich gleichzeitig körperliche, sensorische, geistige und soziale Fertigkeiten fördern. Dabei spielt bei der Reittherapie die dreidimensionale Bewegung eine Rolle. Die sinnliche Erfahrung durch die Bewegung ist denen des Gehens beim Menschen ähnlich.

Rhythmus und Musik, Hand- und Fußbewegungen sind in der Musiktherapie bedeutsam. Die kognitive Herausforderung kommt auch Gleichgewicht, Griffstärke und Kurzzeitgedächtnis zugute. 


Reittherapie könnte besonders wirksam sein

Forscher der Universität Göteburg untersuchten beide Therapien an 123 Patienten nach einem Schlaganfall, der zehn Monate bis fünf Jahre zurücklag. Eine Gruppe Studienteilnehmer traf sich zweimal wöchentlich zu einer Rhythmus- und Musiktherapie. Pro Sitzung führten sie 90 Minuten lang Hand- und Fußbewegungen durch. Einfachere Bewegungen waren etwa Klatschen oder Fußstampfen.

Eine zweite Gruppe von Patienten erhielt zweimal wöchentlich eine Reittherapie. Neben der Pflege der Pferde durch die Patienten spielte auch das Reiten eine Rolle. Sie ritten 30 Minuten lang in Begleitung. Eine dritte Gruppe erhielt keine besondere Therapie. 

Bereits nach zwölf Wochen ließ sich bei 56 Prozent der Patienten mit Reittherapie eine Verbesserung feststellen. 38 Prozent der Teilnehmer der Musikgruppe zeigten ebenfalls Verbesserungen. Nur bei 17 Prozent der Studienteilnehmer ohne besondere Behandlung ließen sich Verbesserungen feststellen. Auch subjektiv fühlten sich Patienten, die die Therapien machten, besser.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.06.17Zum AnfangZurück

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