Proteinmangel setzt Nieren zu

Bei chronischer Niereninsuffizienz ist die Filterfunktion der Nieren je nach Schwere der Nierenschwäche unterschiedlich stark eingeschränkt. Forscher identifizierten jetzt ein Protein, das für die abnehmende Nierenfunktion verantwortlich sein könnte.


Zusammenhang zwischen Langlebigkeitsprotein und chronischer Nierenschwäche 

In der griechischen Mythologie war die griechische Göttin Klotho dafür verantwortlich, den Lebensfaden zu spinnen. Sie entschied, ob Menschen geboren wurden, wer sterben und wer verschont werden sollte.

Ein nach der Göttin benanntes Gen erhielt diesen Namen, weil es den Schlüssel des Alterns und der Lebenslänge beinhalten könnte. Nachdem das Gen identifiziert worden war, ließ sich an Mäusen bei Überaktivität des Gens ein verlängertes Leben beobachten.

Es gibt zwei Typen des Proteins Klotho, das membrangebundene Klotho und das abgesonderte beziehungsweise sezernierte lösliche Klotho, das in der Blutbahn zirkuliert. Das Gen reguliert verschiedene Stoffwechselprozesse. Einige Studien entdeckten, dass Mineralstoffwechsel und Alterung miteinander verbunden sind.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz weisen tendenziell zu wenig des gelösten Proteins auf, denn das Protein wird vor allem von den Nieren exprimiert. US-Forscher untersuchten, ob die Höhe des gelösten Klotho mit der Nierenfunktion zusammenhängt. Zu dieser Fragestellung liegen bislang nur unzureichendeForschungsergebnisse vor.


Proteinmangel könnte Nieren zusetzen

Sie überprüften dies anhand von annähernd 2.500 Studienteilnehmern der Health, Aging and Body Composition Study. Dabei handelt es sich um eine Langzeitstudie an älteren Frauen und Männern, um Zusammenhänge zwischen dem Altern und dem Auftreten von Krankheiten und gesundheitlichen Störungen näher zu untersuchen. Die Wissenschaftler wollten den möglichen Zusammenhang zwischen löslichem Klotho und einer abnehmenden Nierenfunktion klären sowie die Erkrankungshäufigkeit einer Niereninsuffizienz im Beobachtungszeitraum von zehn Jahren untersuchen.

16 Prozent der Studienteilnehmer entwickelten eine 30-prozentige Abnahme ihrer Nierenfunktion. Es zeigte sich, dass höhere Werte an löslichem Klotho mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, eine Niereninsuffizienz zu entwickeln, verbunden waren. Das Protein könnte zukünftig ein neuer Ansatz in der Vorbeugung und Behandlung von Nierenschwäche sein, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.02.17Zum AnfangZurück

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