Prostatakrebs: Größe und Gewicht haben Einfluss

Männer, die groß sind oder übergewichtig, entwickeln häufger aggressive Formen des Krebses der Vorsteherdrüse. Forscher vermuten deshalb, dass es neben Lebensstilfaktoren auch frühe Einflussfaktoren gibt, die für die Prognose der Krankheit bedeutend sein könnten.


Prostatakrebs: Verlaufsformen sind sehr verschieden

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Männern. Während manche Männer weniger aggressive Tumoren aufweisen, die langsam wachsen und auch länger beobachtet werden können, leiden andere unter aggressiveren Tumoren, die auch einer aggressiveren Behandlung bedürfen. Forscher stellen sich die Frage, warum einige Männer aggressivere Krebserkrankungen aufweisen.

Wissenschaftler der Universität Oxford untersuchten jetzt, wie Größe und Gewicht das Risiko für aggressive Prostatakrebserkrankungen beeinflussen. Einige Studien hatten bereits ergeben, dass der Body Mass Index (BMI) das Krebsrisiko beeinflusst. Der BMI ist ein Maß zur Abschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Die Ergebnisse aus Forschungsarbeiten sind aber uneinheitlich. Viele der Studien zum Thema hatten die Daten nach Krebstyp getrennt und berücksichtigten nicht das Stadium der Krankheit oder den Grad der veränderten Zellen, die eine Aussage über den Verlauf zulassen. Hochgradige Tumoren bestehen aus hochdifferenzierten Tumorzellen, die als besonders aggressiv gelten.

Die Forscher untersuchten die Daten von fast 142.000 Männern aus Europa in einem Durchschnittsalter von 52 Jahren, die an der großen European Prospektive Investigation into Cancer and Nutrition Studie teilgenommen hatten. Es ereigneten sich unter den Männern mehr als 7.000 Fälle von Prostatakrebs hohen Grades, also aggressivem Wachstum. Annähernd 1.400 Männer wiesen ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom auf. Mehr als 900 Männer verstarben aufgrund der Krebserkrankung.


Größe und Gewicht beeinflussen Aggressivität von Tumoren

Die Datenanalyse ergab, dass die Größe von Männern mit der Aggressivität der Tumoren und dem Todesrisiko zusammenhing. Mit jeweils zehn Zentimetern steigender Körpergröße stieg das Risiko aggressiver Tumore um 21 Prozent. Auch deckten die Forscher Zusammenhänge mit dem Körpergewicht beziehungsweise dem Bauchumfang auf. Mit jeweils zehn Zentimetern zusätzlichen Bauchumfangs war ein 13 Prozent erhöhtes Risiko für aggressivere Krebserkrankungen verbunden.

Zusammenhänge mit dem Gewicht lassen sich mit veränderten Hormonwerten übergewichtiger Männer erklären. Aber auch Faktoren, die die Größe eines Mannes beeinflussen, könnten ein Rolle spielen. Dies könnten zum Beispiel frühe Ernährungsfaktoren sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.08.17Zum AnfangZurück

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