Pflanzenfett bei Morbus Crohn

Menschen mit der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn kann es helfen, mehr Pflanzenfette zu essen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Fette wie Kokosfett beeinflussen demnach Darmbakterien positiv.


Ernährungsveränderung könnte Patienten helfen

Eine fetthaltige Ernährung wird gemeinhin nicht als gesund erachtet. Patienten mit Morbus Crohn könnten allerdings von ihr profitieren – wenn es sich um die richtigen Fette handelt. Richtig bedeutet: Die Fette sollen pflanzlicher und nicht tierischer Herkunft sein.

Laut Alexander Rodriguez-Palacios von der Case Western Reserve University in Cleveland und Kollegen können Patienten mit Morbus Crohn ihre Symptome einfach lindern, indem sie den Typ ihres konsumierten Fetts verändern. Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmkrankheit, die schubhaft verläuft. Symptome sind Durchfälle, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Übelkeit und Blutarmut (Anämie). Meist erkranken junge Menschen in den Zwanzigern.

Morbus Crohn gilt als nicht heilbar. Medikamente helfen, die Entzündung zu reduzieren, was gleichzeitig die Beschwerden lindert. Die neue Studie zeigt jetzt, dass auch einfache Veränderungen in der Ernährung wirksam sein können.


Weniger Darmentzündungen mit pflanzlichen Fetten

Die Forscher untersuchten, wie Mäuse mit Morbus Crohn auf zwei unterschiedliche Arten der Diät reagierten. Während eine Gruppe der Tiere eine normale Ernährung erhielt, wurde die andere mit einer Diät gefüttert, die reich an pflanzlichen Fetten wie Kokosfett und Kakaobutter war. 

Tiere mit der fettreichen Ernährung wiesen 30 Prozent weniger von den verschiedenen Typen der im Darm lebenden Bakterien auf als normal ernährte Tiere. Zugleich wiesen Mäuse mit einer vermehrten Fütterung pflanzlicher Fette weniger Darmentzündungen auf. 

Die Forscher empfehlen, ungesunde Fette durch gesunde zu ersetzen und normale Fettmengen zu sich nehmen. Auf welche Art pflanzliche Fette auf die Darmbakterien und Entzündungen wirken, sollte in weiteren Studien geklärt werden, so die Wissenschaftler. Sie glauben, mit der neuen Erkenntnis könnte sich die Tür zu neuen Therapien öffnen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.07.17Zum AnfangZurück

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