Mobbing in der Kindheit macht dick

Kinder, die Opfer von Mobbing werden, entwickeln im Erwachsenenalter eher Gewichtsprobleme. Bereits mit 18 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht – verglichen mit Menschen, die nicht gemobbt wurden – verdoppelt.


Mobbing in der Schulzeit ist häufig

Schon frühere Untersuchungen eines britischen Forscherteams des King's College London ergaben, dass Kinder, die in den 60er Jahren gemobbt wurden, im Alter von 45 eher fettleibig sind. Sie untersuchten, ob das in der heutigen Zeit auch noch zutrifft. Schließlich sind die Arten des Mobbings heutzutage andere als noch vor 50 Jahren. Auch die Umwelt und die Lebensbedingungen der Kinder haben sich verändert. So sind zum Beispiel Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung, etwa durch Fastfood, ein Problem der modernen Zeit.

Um den Zusammenhang näher zu beleuchten, analysierten die Wissenschaftler die Daten einer Langzeitstudie. Beobachtet worden waren 2.000 Kinder von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren. Informationen zum Mobbing in der Schulzeit lieferten Interviews von Müttern und Kindern im Alter der Kinder von sieben, zehn und zwölf Jahren. Als die Kinder volljährig waren, führten die Forscher Messungen des Körpergewichts und des Bauchfetts durch.

28 Prozent der Kinder waren in der Grundschule oder weiterführenden Schule gemobbt worden, 13 Prozent in beiden Schulformen (chronisches Mobbing). Kinder, die chronischen Mobbingattacken ausgesetzt waren, waren als junge Erwachsene 1,7 Mal wahrscheinlicher übergewichtig als Kinder ohne Mobbingerfahrung.


Forscher: Mobbingopfer unterstützen bedeutet Vorbeugung

Dabei spielten Umweltfaktoren wie häusliche Ernährung und Behandlung, sozioökonomischer Status, Intelligenz oder psychische Gesundheit keine entscheidende Rolle. Zudem zeigte die Untersuchung, dass Mobbing unabhängig von einem Erbrisiko für Übergewicht zu Adipositas führt. Zum Zeitpunkt des Mobbings waren gemobbte Kinder allerdings noch nicht schwerer als Kinder, die nicht gemobbt wurden.

Die Ergebnisse machen nicht nur deutlich, wie wichtig die Prävention von Mobbing ist, sondern auch, dass Mobbingopfer stärker unterstützt werden müssen, um Folgeerkrankungen vorzubeugen, heißt es in "Psychosomatic Medicine".

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.11.16Zum AnfangZurück

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