Migräne: Neue Behandlung hilft KIndern

Leiden Kinder unter Migräne, beeinträchtigt dies möglicherweise den Alltag und auch die schulische Leistung. Eine neue, auch bei Erwachsenen angewendete Behandlung könnte langfristige Erleichterung verschaffen, zeigt eine neue Studie.


Sphenoplatine Ganglionblockade: Nerven über die Nase blockieren

Kopfschmerzen sind weltweit verbreitet. Eine Form von Kopfschmerzen, die Migräne, betrifft nach Schätzung etwa zwölf Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung über zwölf Jahre. Doch auch jüngere Kinder werden bereits von Migräne geplagt. Schon Fünfjährige können unter diesen starken Kopfschmerzen leiden.

Eine interventionelle Behandlungsmethode befreit Erwachsene längerfristig vor Migräneanfällen und könnte auch Kindern helfen, so die Ergebnisse einer Studie, die kürzlich anlässlich des Jahrestreffens der Society of Interventional Radiology in Washington vorgestellt wurde. Die sogenannte Sphenopalatine Ganglionblockade (SPG) ist eine unter örtlicher Betäubung und radiologischer Kontrolle durchgeführte Nervenblockade durch die Nase. Die blockierten Nerven befinden sich im hinteren Nasenbereich. Über einen in beide Nasenlöcher eingeführten kleinen flexiblen Katheter lassen sich kleine Nervenbündel blockieren.


Neue Methode könnte Lebensqualität verbessern

In der zugrundeliegenden Studie hatten 200 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren innerhalb von zehn Monaten insgesamt 310 SPG erhalten. Die Studienteilnehmer erhielten Lidocainspray zur Betäubung. Der Eingriff dauerte rund zehn Minuten. Vor den Engriffen war die Schmerzintensität der Migräneattacken anhand einer Schmerzskala von 1 bis 10 erfasst worden.

Nach der Behandlung sank die Schmerzintensität um durchschnittlich zwei Punkte in der Schmerzskala, was laut Wissenschaftlern statistisch hochsignifikant ist. Eine kurze Nervenblockade unterbricht den Kreislauf von schweren Kopfschmeranfällen, so die Forscher. Der minimal invasive Eingriff wirkt ihrer Aussage zufolge umgehend und der Erfolg kann mehrere Monate lang anhalten.

Allerdings kann die Behandlung Migräne nicht heilen. Für Migränepatienten wäre aber eine Verbesserung der Lebensqualität erreichbar, so die Wissenschaftler. Die Methode könne kurzfristig angewendet werden, ohne dass mit Komplikationen zu rechnen sei.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.03.17Zum AnfangZurück

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