Mamas Depression beeinflusst Empathie

Leiden Mütter kleiner Kinder unter Depressionen, macht dies den Nachwuchs für emotionale und psychische Entwicklungsstörungen empfänglicher. Depressionen von Müttern kommen sehr häufig vor.


Werden Kinder depressiver Mütter eher psychisch auffällig?

Dass mütterliche Depressionen verschiedene Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung nehmen können, ergaben bereits viele Studien zum Thema. Forscher stellten jetzt fest, dass die Reaktion auf den Schmerz anderer bei betroffenen Kindern vermindert sein kann. Diese Kinder empfinden dann weniger Mitgefühl, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen US-Studie. 

In der Studie waren Mütter und Kinder bis zu einem Alter von elf Jahren untersucht worden. Besonders in den ersten Jahren nach der Geburt fanden eingehende Untersuchungen der Mütter auf Depressionen statt. Die Forscher verglichen die Entwicklung von 27 Kindern von chronisch depressiven Müttern mit der von 45 Kindern, deren Mütter keine psychopathologischen Auffälligkeiten aufwiesen. Im Kindesalter von neun Monaten und sechs Jahren waren Hausbesuche vorgesehen, um die Muster der Mutter-Kind-Interaktion zu untersuchen. Die Studienteilnehmer waren zudem dazu aufgefordert das Gehirn der Kinder im Alter von elf Jahren mittels Magnetresonanztomographie darstellen zu lassen.


Bis zu 18 Prozent der Mütter leiden unter Depressionen

Es zeigte sich, dass die Reaktion der Kinder auf Schmerzen ihrer depressiven Mütter vermindert war. Die Verarbeitung von Schmerz anderer schien diese Kinder emotional zu überfordern. Auch der Umgang zwischen depressiven Müttern und ihren Kindern war auffällig und weniger synchron als der von gesunden Müttern und deren Kindern.

Wichtig wäre, Ansatzpunkte zu finden, die Mutter-Kind-Interaktion zu verändern, so die Wissenschaftler. Die könnte zur psychischen Gesundheit von Müttern und Kindern beitragen.

15 bis 18 Prozent der Mütter in den Industriestaaten leiden unter einer Depression, in Entwicklungsländern sind es nach Schätzungen 30 Prozent. 

Die Studie wurde im "Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.01.17Zum AnfangZurück

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