Kniearthrose: Kortisonspritzen ohne Vorteil

Menschen, die unter Kniearthrose leiden, erhalten oftmals in regelmäßigen Abständen Kortisonspritzen in das Gelenk, die die Entzündung lindern sollen. US-Forscher beurteilen diese Therapie nicht wirksamer als eine Scheinbehandlung. 


Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen

Wissenschaftler aus Boston fanden heraus, dass dreimonatlich verabreichte Kortisoninjektionen bei Kniearthrose nicht besser wirksam sind als die Behandlung mit einem Plazebomedikament. Überdies zeigte sich, dass Kortionspritzen über einen Zeitraum von zwei Jahren zu einem größeren Verlust von Knochenknorpelmasse führten. Die Forscher sprechen sich deshalb gegen eine Kortisontherapie bei Kniearthrose aus.

Bei der Arthrose handelt es sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, die sehr häufig vorkommt. In den USA sind mehr als 30 Millionen Menschen betroffen. Bei der Erkrankung kommt es zu einem Abbau von Knorpel, der die gelenkbildenden Enden von Knochen überzieht und die Knochen schützt sowie für eine optimale Bewegungsfähigkeit sorgt. Am häufigsten sind die Gelenke von Knien, Hüfte, Händen und Wirbelsäule betroffen. Folgen der Krankheit sind Entzündungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Arthrose ist zwar nicht heilbar, eine symptomatische Therapie zielt vor allem darauf ab, Schmerzen zu reduzieren und die Bewegungsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Im Rahmen des Bemühens, das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten, werden oftmals Kortisoninjektionen eingesetzt. 


Knorpelabbau durch Kortisonspritzen in das Kniegelenk?

Die aktuelle im "Amerikanischen Ärzteblatt" veröffentlichte Studie lässt nun vermuten, dass Kortisonspritzen sogar schaden könnten. Zugrunde liegt eine Untersuchung an 140 Patienten mit Kniearthrose. Diese erhielten zwei Jahre lang alle zwölf Wochen entweder Kortisoninjektionen in das Gelenk oder Kochsalz (Plazebo).

Arthrosepatienten, die Kortisonspritzen erhalten hatten, zeigten einen vermehrten Knorpelabbau. Die empfundenen Schmerzen unterschieden sich jedoch nicht von den Empfindungen derer, denen nur eine Kochsalzlösung gespritzt worden war. Kortisonspritzen führten jedoch häufiger zu Nebenwirkungen. Die Ergebnisse unterstützen nicht die gängige Praxis von Kortisoninjektionen bei Kniearthrose.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.05.17Zum AnfangZurück

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