Klettern gegen Depressionen

Bouldern ist das Klettern ohne Seil- oder Gurtsicherung an Felsböcken, Felswänden oder künstlichen Kletterwänden. Das Klettern könnte Depressionen entgegenwirken, fanden Forscher heraus.


Depression ist in der Bevölkerung eine häufige Erkrankung

Bouldern als Form des Kletterns könnte Menschen mit Depressionen zugutekommen. Acht Wochen des sportlichen Engagements waren den Ergebnissen einer aktuellen Studie von Forschern der Universität Arizona zufolge geeignet, Depressionen signifikant zu reduzieren. Die Wissenschaftler stellten die Ergebnisse ihrer Studie anlässlich des 29. Jahrestreffens der Association for Psychological Science in Boston vor.

Depressionen kommen in der Bevölkerung sehr häufig vor und werden hinsichtlich ihrer Schwere oftmals unterschätzt. Nach Schätzungen könnte nur ein Drittel der von schweren Depressionen Betroffenen eine Behandlung erhalten. Bei Depressionen kommt es zu Symptomen wie gedrückte Stimmung, Gefühle der Leere und Hoffnungslosigkeit. Hinzukommen können Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit, Energielosigkeit und Müdigkeit sowie Konzentrationsstörungen. Auch Gedanken an den Tod und Selbsttötung können vorkommen.

"Bouldern ist in verschiedener Hinsicht eine positive körperliche Aktivität, so die Wissenschaftler. Der Sport sei vielseitig und lasse sich individuell an die Leistungsstärke anpassen. Zudem habe der Sport einen sozialen Aspekt und hinterlasse ein Gefühl des unmittelbaren Erfolgs, wenn das vorgenommene Ziel erreicht ist.


Klettern für Körper und Geist

An der zugrunde liegenden Studie hatten über 100 Deutsche teilgenommen, die zufällig in eine von zwei Gruppen eingeteilt wurden. Eine Gruppe sollte sofort beginnen zu klettern, die andere Gruppe befand sich zunächst auf einer Warteliste für den Sport und kletterte später. Die Studienteilnehmer kletterten acht Wochen lang drei Stunden pro Woche. Depressionsbeschwerden wurden während der Studiendauer wiederholt mit einem Standardtestverfahren gemessen.

Studienteilnehmer, die sofort mit dem Klettern begonnen hatten, wiesen eine deutliche Verbesserung ihrer Depressionen auf. Aus mittelschweren Depressionen wurden leichte.

Laut der Wissenschaftler erfordert Bouldern ein hohes Maß an Konzentration, was depressiven Menschen zugutekäme. Auch Achtsamkeit und die Fokussierung auf die Bewegung wären zuträglich. Bei dem Sport profitierten die Teilnehmer vom unmittelbaren Erfolg. Klettern tut demnach nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut.

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.06.17Zum AnfangZurück

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