Italienischer Kaffee schützt vor Prostatakrebs

Gute Neuigkeiten für Liebhaber von Cappuccino, Latte macciato und Espresso: Kaffee, gebraut nach italienischer Art, senkt das Risiko für das Prostatakarzinom. Das ergaben Untersuchungen an italienischen Männern.


Italiener stehen an der Spitze des Kaffeekonsums

Krebs der Vorsteherdrüse ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Möglicherweise sind Männer, die mehrfach am Tag Kaffee nach italienischer Art genießen, vor der Entwicklung von Prostatakrebs geschützt, zeigt eine Studie an 7.000 Italienern. Ergebnisse wurden im "International Journal of Cancer" veröffentlicht.

Italiener konsumieren im Durchschnitt 600 Tassen Kaffee pro Jahr. Deshalb gibt es wohl kaum ein besseres Volk als Italiener, um die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf das Prostatakrebsrisiko zu untersuchen. Studien kamen bislang zu widersprüchlichen Befunden.

Die italienischen Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang an Männern über 50 Jahren, die am italienischen "Moli-Sani-Project" teilgenommen hatten. Innerhalb dieses Projekts werden an 25.000 Einwohnern in einer bestimmten Region Italiens Risikofaktoren zur Entstehung von Herzkreislaufkrankheiten und Krebs genauer untersucht. Im Rahmen der Studie machten die Teilnehmer auch Angaben zu ihrer Ernährung und ihrem täglichen Kaffeekonsum.


Laborversuche: Koffeinierter Kaffee reduziert Krebswachstum

In einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von vier Jahren ereigneten sich bei den untersuchten Männern 100 Neuerkrankungen an Prostatakrebs. Männer, die mindestens drei Tassen Kaffee am Tag tranken, wiesen ein um 53 Prozent geringeres Risiko für die Krebskrankheit der Vorsteherdrüse auf als Männer, die weniger Kaffee zu sich nahmen.

Um den schützenden Effekt von Kaffee auf Prostatakrebserkrankungen weiter zu belegen, untersuchten die Forscher im Labor die Auswirkungen von koffeiniertem und entkoffeiniertem Kaffeeextrakt auf Prostatakrebszellen. Koffeinierter Kaffee konnte das Wachstum und die Teilung von Krebszellen reduzieren. Das ließ sich bei der Anwendung des entkoffeinierten Kaffeeextrakts nicht beobachten.

Ob sich der Effekt auch bei Männern anderer Länder beobachten lässt, ist unklar, so die Forscher. Die italienische Kaffeezubereitung weist Besonderheiten auf. Hoher Druck, sehr heißes Wasser und ungefilterter Kaffee könnte bei italienischem Kaffee dafür verantwortlich sein, dass besonders viele bioaktive Substanzen enthalten sind, die schützend wirken.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.05.17Zum AnfangZurück

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