Hält moderater Alkoholkonsum geistig fit?

Ob regelmäßiger Konsum moderater Mengen Alkohol gesund ist oder eher schadet, darüber streitet sich die Wissenschaft. Eine aktuelle Studie ergab, dass die grauen Zellen profitieren könnten und Alkohol in Maßen möglicherweise sogar für ein längeres Leben sorgen könnte.


Forscher prüfen Daten einer Langzeitbeobachtung an US-Bürgern

In den USA gehen nach Angaben des National Institute of Alcohol Abuse and Alcoholism 88.000 Todesfälle pro Jahr auf das Konto exzessiven Alkoholkonsums. Doch ergab ein Forschungsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2015, dass moderates Trinken auch einen gesundheitlichen Nutzen haben kann und zum Beispiel das Risiko von Herzkrankheiten und Diabetes reduziert. 

Linda McEvoy und Mitarbeiter der Universität Kalifornien in San Diego untersuchten jetzt, wie sich das regelmäßige Trinken moderater Mengen Alkohol auf die geistigen Fähigkeiten und die Lebenslänge auswirkt. Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im "Journal of Alzheimer's Disease". 

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 1.300 älteren Frauen und Männern, die an der Rancho Bernardo Study teilgenommen hatten. Die Studie ist eine in die Zukunft gerichtete Beobachtungsstudie an Bürgern der kalifornischen Bevölkerung. Die Beobachtung der Teilnehmer erstreckte sich über 29 Jahre. Zu Beginn der Studie und dann alle vier Jahre hatten sich die Teilnehmer kognitiven Tests unterzogen. Alle Studienteilnehmer hatten Angaben zu ihrem Alkoholkonsum gemacht.


Ein Gläschen am Tag könnte fit halten

Moderater Alkoholkonsum definierten die Forscher für Frauen aller Altersklassen und Männer über 65 Jahre als ein alkoholisches Standardgetränk am Tag. Männer unter 65 Jahre durften bis zu zwei Alkoholgetränke pro Tag konsumieren, um noch unter unter die Definiton zu fallen. Die Forscher berücksichtigten auch die Häufigkeit beziehungsweise die Regelmäßigkeit des Alkoholkonsums.

Nur wenige Teilnehmer tranken exzessiv viel Alkohol, sodass die Wissenschaftler über die Auswirkungen des Trinkens bei diesen Teilnehmern keine Aussage machen konnten. Studienteilnehmer jedoch, die moderate Mengen Alkohol tranken und auch mal ein Gläschen darüber hinaus, waren kognitiv länger leistungsfähig und lebten auch länger. Besonders gegenüber Menschen, die nie Alkohol tranken, schienen Studienteilnehmer, die täglich tranken, im Vorteil.

Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und besserer geistiger Gesundheit sowie Langlebigkeit kann die Studie aber dennoch nicht liefern und die Wissenschaftler wollen auch keine Empfehlungen aussprechen. Das Studiendesign lässt keine Aussagen zu einer Ursache-Wirkungs-Beziehung zu.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.08.17Zum AnfangZurück

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