Frauen: Traumata schlagen aufs Herz

Traumatische Erfahrungen im Leben können nicht nur der Psyche langfristig zusetzen. Forscher entdecken, dass auch das Herz von Frauen leidet, besonders nach den Wechseljahren.


Gestörte Funktion der Blutgefäße bei Herzgefäßerkrankungen

Immer mehr Frauen entwickeln Herzerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit und einen Herzinfarkt. Bei diesen Krankheiten spielen eine ganze Reihe von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Bluthochdruck eine Rolle. Möglicherweise sind aber auch traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit für die Entwicklung der Arteriosklerose bedeutsam, die diesen Krankheiten zugrunde liegt. Bei der Arteriosklerose bilden sich in den Gefäßen fetthaltige Ablagerungen, die verkalken und Blutgefäße verengen. 

In früheren Studien waren Zusammenhänge zwischen Stress und der Funktion von Blutgefäßen untersucht worden. Die Arterienfunktion liefert Hinweise auf Gefäßveränderungen und steht in Zusammenhang mit der Entwicklung einer Arteriosklerose. Gezielte Untersuchungen der Gefäßfunktion in Verbindung mit traumatischen Lebenserfahrungen gibt es bislang nur wenige. Forscher der University of Pittsburgh in Pennsylvania untersuchten dazu 272 Frauen.


Mehr als drei Traumata im Leben könnten Herzrisiko erhöhen

Die Studienteilnehmerinnen waren in den Wechseljahren oder hatten diese bereits hinter sich und rauchten nicht. Sie machten Angaben zu der Anzahl traumatischer Ereignisse in ihrem Leben. Diese waren zum Beispiel sexueller Natur, der Tod eines Kindes, ein Verkehrsunfall, das Erleben einer Naturkatastrophe oder körperlicher Missbrauch.

Frauen, die drei oder mehr traumatische Erlebnisse in ihrem Leben zu verzeichnen hatten, wiesen eine schlechtere Gefäßfunktion auf als Frauen mit weniger traumatischen Lebensereignissen. Dies lässt die Wissenschaftler vermuten, dass Frauen mit mehreren Traumata im Leben ein erhöhtes Herzrisiko tragen.

Das Herzinfarktrisiko von Frauen steigt nach den Wechseljahren an. Bei der Ermittlung des Herzrerkrankungsrisikos sollte die Biografie von Frauen berücksichtigt werden, fordern die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.10.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: