Fleisch als Risiko für Darmkrankheit

Ein hoher Konsum von rotem Fleisch gilt nicht als gesund. Spekuliert werden immer wieder Herzkreislaufrisiken. Auch das Krebsrisiko könnte erhöht sein. Offenbar neigen Fleischesser auch eher zu einer Darmkrankheit, der Divertikulitis.


Wie wirken Fleisch oder Fisch langfristig auf den Darm?

Die Divertikulitis ist eine häufige Darmveränderung, bei der sich im Bereich des Darminneren Auswölbungen bilden, die sich entzünden. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Fieber, Verstopfung oder auch Durchfall. Es kann zu Bauchschmerzen und -krämpfen kommen. Etwa vier Prozent der Betroffenen entwickeln langfristige und schwere Komplikationen. Es können sich Abszesse bilden, Durchbrüche der Darmwand oder Fisteln, die gefährliche Verbindungen im Bauchraum schaffen.

Die Krankheit scheint immer häufiger vorzukommen und zunehmend sind immer mehr jüngere Menschen betroffen. Wenn auch die Ursachen für die Darmveränderung ungeklärt sind, gelten entzündungshemmende nichtsteroidale Schmerzmittel wie Ibuprofen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen als Risikofaktoren. Ob die Ernährung eine Rolle spielt, ist bislang nicht ausreichend untersucht worden. Im Verdacht steht eine unzureichende Zufuhr von Ballaststoffen.

Forscher des Massachusetts General Hospital in Boston untersuchten vor kurzem genauer, ob Ernährungsfaktoren mit der Darmveränderung zusammenhängen. Ein Fokus ihrer Studie lag auf den Auswirkungen des Konsums von rotem und weißem Fleisch sowie Fisch auf das Divertikulitisrisiko von 46.500 Männern der "Health Professional Follow-up Study". Die Studienteilnehmer waren zwischen 40 und 75 Jahre alt und zwischen 1986 und 2012 in die Studie aufgenommen worden. Alle vier Jahre waren sehr genaue Erhebungen zur Ernährung in den vergangenen zwölf Monaten durchgeführt worden.


Rotes Fleisch erhöht, Fisch senkt Risiko für Divertikulitis

Im Studienverlauf von 26 Jahren entwickelten 764 Männer eine Divertikulitis. Studienteilnehmer, die vermehrt rotes Fleisch konsumierten, hatten auch wahrscheinlicher entzündungshemmende nichtsteroidale Schmerzmittel eingenommen, rauchten eher, bewegten sich weniger und nahmen wahrscheinlicher auch weniger Ballaststoffe über die Nahrung zu sich.

Teilnehmer, die mehr Fisch und Pute aßen, nahmen dagegen wahrscheinlicher das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) ein, rauchten weniger und bewegten sich mehr.

Neben diesen deutlichen Unterschieden zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Menge des konsumierten roten Fleisches mit dem Divertikulitisrisiko zusammenhängt. Männer mit dem höchsten Konsum an rotem Fleisch wiesen im Vergleich zu Männern mit dem geringsten Konsum ein um 58 Prozent erhöhtes Risiko auf, eine Divertikulitis zu entwickeln. Jede Portion Fleisch am Tag war mit einem um 18 Prozent erhöhten Risiko verbunden. Pute und Fisch hingegen konnten das Risiko um 20 Prozent senken.

Die Studie wurde im Journal "Gut" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.01.17Zum AnfangZurück

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