Fettarme Milch könnte Parkinsonrisiko darstellen

Fettarme Milch und Milchprodukte könnten das Risiko für die Parkinsonkrankheit erhöhen, ergaben zwei Studien, über die das "Deutsche Ärzteblatt" berichtet. Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, deren Ursachen nicht geklärt ist.


Morbus Parkinson: Mangel am Nervenbotenstoff Dopamin

Fettarme Milchprodukte enthalten viel wichtiges Kalzium, Vitamine und Eiweiß und sind laut Ernährungswissenwissenschaftler wertvolle Nahrungsmittel. Zwei aktuelle Studien im Fachjournal "Neurology" fanden jetzt einen Zusammenhang zwischen dem Konsum fettarmer Milchprodukte und dem Risiko, an Parkinson zu erkranken. 

Bei Morbus Parkinson kommt es zu einem Untergang von Nervenzellen im Gehirn, die den Nervenbotenstoff Dopamin produzieren. Typische Symptome sind verlangsamte Bewegung, Muskelsteifheit und Muskelzittern in Ruhe. Eine aufrechte Körperhaltung ist aufgrund der verminderten Stabilität erschwert.

Untersuchungen ergaben, dass verschiedene Faktoren das Krankheitsrisiko beeinflussen. Dazu gehört neben Umweltfaktoren und Lebensstil auch die Ernährung. Frühere Studien ließen bereits vermuten, dass Milchprodukte das Parkinsonrisiko erhöhen könnten. Die aktuelle Datenanalyse zweier großer Studien ergab nun, dass nur fettarme Milchprodukte das Krankheitsrisiko erhöhen.


Morbus Parkinson betrifft etwa ein Prozent der Bevölkerung

Die Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston fanden bei Menschen mit dem Verzehr von drei fettarmen Milchprodukten pro Tag ein um 34 Prozent erhöhtes Risiko für die neurologische Krankheit. Der Zusammenhang bestand vor allem für fettarme und entrahmte Milch. 

Da es sich bei beiden zugrunde liegenden Studien um Beobachtungsstudien handelt, ist ein ursächlicher Zusammenhang zwischen fettarmen Milchprodukten und Parkinsonrisiko anhand dieser Untersuchungen nicht zu belegen. Die Parkinsonkrankheit ist selten. In den Studien erkrankte nur ein Prozent der Teilnehmer. Die Forscher beruhigen: Das absolute Krankheitsrisiko ist auch für Liebhaber fettarmer Milchprodukte gering.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.06.17Zum AnfangZurück

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