Eiweiß im Urin als Hinweis auf Demenzrisiko

Menschen, bei denen Protein im Urin nachweisbar ist, haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, Probleme mit dem Denken und dem Gedächtnis zu entwickeln. Darauf deuten Studien zum Thema hin.


Nierenkrankheiten und Demenz nehmen weltweit zu

Wissenschaftler der Maastricht-Universität in den Niederlanden prüften Studien auf einen Zusammenhang zwischen Proteinen im Urin und der Entwicklung kognitiver Probleme. Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Neurology".

Protein im Urin ist ein Zeichen von Nierenerkrankungen und ist entsprechend der Ergebnisse verschiedener Studien mit einem möglicherweise erhöhten Risiko verbunden, kognitive Probleme und eine Demenz zu entwickeln.

Gehirn und Nieren teilen strukturell und mechanisch Gemeinsamkeiten und damit auch Risikofaktoren für Krankheiten. Beide Organe sind zum Beispiel für Gefäßschäden empfänglich. Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte sind bekannte Risikofaktoren für chronische Nierenerkrankungen und Demenz und wirken sich auf beide Organe ähnlich aus.

Weltweit leiden etwa zehn Prozent der Menschen, vor allem ältere, unter einer chronischen Nierenkrankheit. 47,5 Millionen Menschen haben eine Demenz und es ist laut Experten in Zukunft mit steigenden Erkrankungszahlen zu rechnen. Daher scheint es besonders wichtig, Zusammenhängen und Ursachen auf die Spur zu kommen.


Forscher gehen von einem Zusammenhang aus

Die niederländischen Forscher analysierten die Daten aus fünf Studien mit fast 28.000 Studienteilnehmern in einer Metaanalyse. In allen Studien waren Untersuchungen des Urins auf Eiweiß vorgenommen worden. Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, bei denen sich Protein im Urin nachweisen ließ, zu 35 Prozent wahrscheinlicher kognitive Probleme oder eine Demenz entwickelten als Menschen ohne Eiweiß im Urin.

Die Forscher gehen davon aus, dass Nierenfunktionsstörungen als unabhängiger Risikofaktor für kognitive Einschränkungen betrachtet werden können. In der Interpretation der Ergebnisse einschränkend wirken aber unterschiedliche Messungen der Nierenfunktion in den verschiedenen Studien, die zudem nur am Studienbeginn durchgeführt worden waren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.12.16Zum AnfangZurück

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