Depression: Entzündungshemmung kann helfen

Medikamente, die Entzündungen bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen hemmen, könnten auch Menschen mit Depressionen helfen. Dies spricht dafür, dass das Immunsystem bei mentalen Krankheiten eine bedeutende Rolle spielt. Dass das Immunsystem für mentale Erkrankungen bedeutsam ist, wird schon einige Zeit lang vermutet.


Medikamente gegen Entzündungsproteine helfen bei Autoimmunkrankheiten

Entzündungen sind das Ergebnis einer Reaktion des Immunsystems auf Verletzungen oder Infektionen. Dabei schütten Immunzellen Eiweißstoffe wie Zytokine aus, die helfen Krankheiterreger zu bekämpfen. Diese Reaktion ist aber manchmal nicht sinnvoll und das Immunsystem attackiert körpereigene gesunde Zellen und Gewebe, sodass Autoimmunkrankheiten entstehen. Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn, die rheumatoide Arthritis oder Schuppenflechte zählen dazu.

Neue entzündungshemmende Medikamente wie monoklonale Antikörper gegen Zytokine und Zytokin-Hemmer werden bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt, wenn Standardbehandlungen nicht wirksam genug sind. Unter der Annahme, dass Entzündungen und Depressionen zusammenhängen, suchten britische Forscher nun nach Hinweisen auf eine Wirksamkeit dieser Medikamente bei Depressionen. Sie prüften 20 klinische Studien mit 5.000 Patienten, die eine Autoimmunerkrankung aufwiesen. Sieben der Studien waren plazebokontrolliert, das heißt, ein Teil der Patienten nahm ein Medikament mit Wirkung und ein Teil ein Scheinmedikament ein. 


Entzündungshemmer als zukünftige Therapieoption bei Depressionen?

Die Medikamente konnten Symptome der Depression signifikant senken, so das Studienergebnis. Diese Wirksamkeit war nicht davon abhängig, ob die Medikamente auch gegen die Autoimmunerkrankung halfen.

Weitere Untersuchungen zum Thema sollten klären, ob die antientzündlichen Wirkstoffe eine geeignete Therapie für depressive Patienten sind. Besonders interessant wäre das für Depressive, die auf verfügbare Antidepressiva nicht ansprechen, so die Wissenschaftler. Etwa ein Drittel dieser Patienten weist nach Angaben der Wissenschaftler Anzeichen einer Entzündung auf.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.11.16Zum AnfangZurück

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