Ballaststoffe schützen vor Arthrose

Vor Gelenkarthrose könnte eine ballaststoffreiche Ernährung schützen, findet ein Forscherteam aus den USA und Großbritannien heraus. Demnach könnten viele Ballaststoffe in der Nahrung das Arthroserisiko um bis zu 30 Prozent senken.


Ballaststoffe sind nicht nur für Gelenke wichtig

Arthrose ist die am häufigsten vorkommende Art der Gelenkentzündung. Die Erkrankung kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor und Frauen über 50 Jahre sind besonders gefährdet. Bei der Gelenkerkrankung spielen knorpelabbauende Prozesse eine Rolle. Betroffen sind Knorpel, die gelenkbildende Areale von Knochen überziehen. Infolge des Knorpelabbaus kommt es zu Schmerzen und Entzündungen im Gelenk. Arthrose betrifft besonders häufig Knie, Hüfte, Fingergelenke und Wirbelgelenke. Folgen der Gelenkkrankheit sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Schreitet die Krankheit langfristig fort, kommt möglicherweise ein Gelenkersatz in Frage.

Eine aktuelle in der Fachzeitschrift "Annals of Rheumatic Diseases" veröffentlichte Studie ergab, dass die Ernährung für die Entwicklung einer Arthrose eine bedeutende Rolle spielen könnte. Eine ballaststoffreiche Ernährung könnte demnach vor Arthrose schützen.

Bereist frühere Studien hatten ergeben, dass eine an Ballaststoffen reiche Ernährung der Gesundheit zuträglich ist. So ließen sich blutdrucksenkende, gewichtsreduzierende, entzündungshemmende und blutzuckersenkende Effekte nachweisen. Nahrungsquellen mit einem hohen Gehalt an Ballaststoffen sind Nüsse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkorn und Gemüsesorten, die keine Stärke enthalten.


Ballaststoffe können vor einem Fortschreiten der Kniearthrose bewahren

Die Forscher analysierten die Daten von insgesamt mehr als 6.000 Studienteilnehmern zweier großer Studien. Anhand von Fragebögen war der Konsum von Ballaststoffen in der Nahrung erfragt worden. Die Teilnehmer wurden jahrelang – bis zu neun Jahren – beobachtet und nachuntersucht.

Beide Studien zeigten, dass die Teilnehmer durchschnittlich 15 beziehungsweise 19 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich nahmen. Statistische Analysen ergaben, dass eine ballaststoffreiche Ernährung mit einem geringeren Risiko für eine Arthrose einherging. Teilnehmer, die am meisten Ballaststoffe zu sich nahmen, wiesen ein um 30 bis 61 Prozent geringeres Arthroserisiko auf als Studienteilnehmer, die am wenigsten Ballaststoffe aßen. Besonders konnten Ballaststoffe vor einer Verschlimmerung einer Kniearthrose schützen.

Da es sich um Beobachtungsstudien handelt, können keine sicheren Schlüsse bezüglich der Ursache und Wirkung einer ballaststoffreichen Ernährung gezogen werden. Die Forscher fordern weitere Untersuchungen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.06.17Zum AnfangZurück

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