Autisten: Schwimmen lernen besonders wichtig

Bei Menschen mit einer autistischen Störung sollte besonders darauf geachtet werden, dass sie schwimmen können. Ihre Unfallgefahr ist erhöht und sie laufen eher Gefahr, zu ertrinken, so US-Forscher.


Unfälle mit Todesfolge bei autistischen Kinder nahmen zu

Menschen mit Autismus haben vor allem im sozialen Umgang mit anderen, in der Kommunikation und sich wiederholenden stereotypen Verhaltensweisen Schwierigkeiten. Es sind etwa sechs bis sieben Personen von 1.000 betroffen.

Unabhängig von den Symptomen haben Autisten eine geringere Lebenserwartung als Gesunde. Durchschnittlich sterben sie deutlich eher als die Allgemeinbevölkerung, nämlich schon im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Warum die Lebenspanne derartig eingeschränkt ist, wurde bislang nur unzureichend untersucht. 

Diese Lücke füllt jetzt zumindest teilweise eine Untersuchung von US-Wissenschaftlern. Sie interessierte, wie Unfälle in Bezug auf die vorzeitige Sterblichkeit autistischer Menschen zu Buche schlagen. Dafür untersuchten sie die Todesdaten einer Datenbank.

Sie fanden heraus, dass sich die jährlichen Todeszahlen bei Autisten zwischen 1999 und 2014 annähernd versiebenfacht hatten. Der deutliche Anstieg der Todeshäufigkeit bei autistischen Menschen ist auf Unfälle , aber auch auf beabsichtigtes Herbeiführen des Todes etwa durch selbst herbeigeführte Unfälle oder Selbstmord zurückzuführen, so die Forscher.


Forscher: Kinder mit Autismus sollten früh schwimmen lernen

28 Prozent der Todesfälle ließen sich in erster Linie auf Verletzungen aufgrund von Ersticken zurückführen. Aber auch Ertrinken spielte eine Rolle. Diese Todesursachen waren für 80 Prozent der kindlichen Todesfälle verantwortlich zu machen. Mehr als 40 Prozent dieser Vorfälle ereignen sich im häuslichen Umfeld oder der Wohnumgebung. 

Kinder mit Autismus sterben zu 160 Mal wahrscheinlicher aufgrund Ertrinkens als Kinder der Allgemeinbevölkerung, so die Wissenschaftler. Deshalb sollten Kinder mit Autismus schwimmen lernen. Sie erlebten oft Angst und suchten deshalb die Nähe zu beruhigendem Wasser. Gerade dieses Verhalten könnte aber zur einer Tragödie führen, wenn die Kinder nicht schwimmen könnten. Autistische Kinder sollten besonders früh schwimmen lernen, schreiben sie im "American Journal of Public Health". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.04.17Zum AnfangZurück

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