Asthmamedikament gegen Kälteurtikaria

Menschen, die bei Kontakt mit Kälte oder durch Reibung unter juckenden schmerzenden Hautschwellungen leiden, könnten von einem Medikament profitieren, das bei Asthma wirksam ist. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Charité. 

Hautquaddeln durch physikalische Reize

Kälteurtikaria sind juckende Quaddeln der Haut, die mit einem unangenehmen Juckreiz und Schwellungen nach Kältereizen einhergehen. Sie treten an Stellen der Haut auf, an denen diese Kontakt zu Kälte hatten. Im Winter kommt es bei entsprechend kalter Witterung verstärkt zu Hauterscheinungen. Die Kälteurtikaria gehört zu den physikalischen Urtikaria. Manche Patienten bilden auch auf andere physikalische Reize wie Wärme, Druck oder Licht juckende Quaddeln.

Omazilumab ist ein Medikament, dass Asthmabeschwerden lindert. Zwei Studien der Berliner Charité zeigen, dass das Medikament Patienten mit Kälteurtikaria und symptomatischen Dermographismus hilft. Beim symptomatischen Dermographismus handelt es sich um juckende Hautschwellungen, die aufgrund von Reibung, etwa durch Kleidung, entstehen. Bei schwerer Erkrankung besteht ein erheblicher Leidensdruck und eine eingeschränkte Lebensqualität. Denn die Reaktion auf Reize kann individuell sehr verschieden sein. Bei schwerer Symptomatik kann es bereits gefährlich sein, im Sommer in kaltes Wasser zu springen. Ein Schock könnte Tod durch Ertrinken verursachen. Auch das Trinken kalter Getränke kann zur Gefahr werden.


Asthmamedikament verbessert Symptome und bewahrt vor Beschwerden

In den aktuellen Untersuchungen erwies sich das Asthmamedikament gegen Kälteurticaria und symptomatische Dermographismus als hoch effektiv. Ergebnisse veröffentlichte das Fachjournal "Journal of Allergy and Clinical Immunology".

Die Berliner Wissenschaftler hatten das Asthmamedikament an über 90 Patienten mit schwerer Erkrankung untersucht. Sie erhielten den monoklonalen Antikörper Omazilumab drei Monate lang. Der Wirkstoff verbesserte die Symptomatik und bewahrte die Hälfte der Patienten vor den Hauterscheinungen, auch wenn sie Kälte oder Reibung ausgesetzt waren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.04.17Zum AnfangZurück

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