Akupunktur beruhigt Schreibabys

Schreibabys schreien mehrere Stunden am Tag. Das unkontrollierte Weinen belastet die Kinder, aber natürlich auch die Eltern des Kindes. Hilfreich könnte Akupunktur sein, zeigt eine aktuelle Studie aus Schweden.


Forscher akupunktieren Säuglinge aufgrund von Koliken

Exzessives Schreien von Babys wird häufig auf Koliken zurückgeführt. Wenn auch Koliken bei Säuglingen als gutartig zu bewerten sind, liegen die Ursachen bislang im Dunkeln. Aber auch Laktoseintoleranz, entzündliche Vorgänge im Verdauungstrakt, Fütterbedingungen oder Rauchen der Mutter könnten eine Rolle spielen.

Per Definition handelt es sich um ein Schreibaby, wenn ein Kind mehr als drei Stunden an über drei Tagen in der Woche schreit. Zehn bis 14 Prozent der Kinder sind betroffen. Meist erledigt sich das Problem von allein, wenn die Kinder etwa sechs Monate alt sind.

Den schreienden Babys ist schwer zu helfen. Einige Forscher vermuten, Probiotika könnten wirksam sein, die Beweiskraft aus Studien ist aber nicht gut genug, um diesbezüglich Empfehlungen aussprechen zu können.

In einer Studie im Fachmagazin "Acupuncture in Medicine" untersuchten nun schwedische Forscher an 147 Schreikindern die Wirksamkeit von Akupunktur bei Babys mit Koliken. Die Koliken waren den Kindern von vier verschiedenen Kliniken diagnostiziert worden. Die sonst gesunden Babys waren zwischen zwei und acht Wochen alt und mindestens fünf Tage vor dem Start der Studie kuhmilchfrei ernährt worden. 


Akupunktur besserte Schreien signifikant

Die Babys wurden zufällig einer von drei Gruppen zugeteilt: Die erste Gruppe erhielt eine minimale Standardakupunktur am Akupunkturpunkt L14, die zweite Gruppe eine leicht stimulierende Akupunktur mit einer bis zu 30 Sekunden anhaltenden Behandlung an maximal fünf Akupressurpunkten. Die dritte Gruppe der Kinder erhielt keine Akupunktur. 

Insgesamt ließ sich bei allen Kindern der drei Gruppen eine Abnahme des Schreiens beobachten, was die Forscher nicht verwunderte. Denn die Koliken verbessern sich mit zunehmendem Alter der Kinder oft von ganz allein.

Babys mit Akupunkturbehandlung profitierten jedoch mehr als nicht akupunktierte Kinder. Dies machte sich vor allem in der zweiten Akupunkturwoche und in der Zeit nach der Akupunktur bemerkbar. Nach der zweiwöchigen Akupunktur schrien signifikant weniger Kinder der Akupunkturgruppen als in der Gruppe der nicht Akupunktierten in dem Ausmaß, dass sie die Kriterien eines Schreibabys erfüllten. Sie weinten also weniger als drei Stunden pro Tag. 

Die Säuglinge vertrugen die Behandlung recht gut und Nebenwirkungen waren nicht zu verzeichnen. 52 Prozent der Kinder weinten infolge der Behandlung gar nicht und nur acht Prozent weinte länger als eine Minute.

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.01.17Zum AnfangZurück

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