Unzufriedenheit mit dem Job macht mürbe

Jeder wünscht sich einen erfüllenden Job. In der Realität ist die tägliche Arbeit aber oft nicht annähernd das, was man sich vielleicht einmal erhoffte. Das kann sich auf die mentale Gesundheit auswirken.


Durchgehend zufrieden mit ihrer Tätigkeit sind nur wenige

Wie die langfristigen Auswirkungen des Jobs auf die Gesundheit sind, untersuchten Wissenschaftler der Ohio State University. Besonders interessierte dabei, ob sich eine Unzufriedenheit mit dem Job in den Zwanzigern und Dreißigern später gesundheitlich bemerkbar macht. Dafür nutzten sie Daten aus der National Londitudinal Survey of Youth 1979, einer Langzeituntersuchung, in der seit 1979 Daten zur Jobzufriedenheit an über 6.400 US-Amerikanern gesammelt worden waren. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie zwischen 14 und 22 Jahre alt.

Die Studienteilnehmer hatten ihre Jobzufriedenheit mit Werten zwischen 1 (sehr zufrieden) und 4 (sehr unzufrieden) angegeben. Die Wissenschafter nahmen dann eine Kategorisierung nach den Angaben vor: 45 Prozent waren unzufrieden mit dem Job, sehr zufrieden waren 15 Prozent. Weitere 23 Prozent waren ursprünglich einmal zufrieden mit ihrem Job, doch hatte sich ein Abwärtstrend eingestellt. Bei anderen lief es umgekehrt. Sie waren früher weniger zufrieden mit ihrem Job und nahmen hier eine Verbesserung wahr.


Auch körperliche Gesundheit kann leiden

Zusätzlich machten die Studienteilnehmer Angaben zu ihrer Gesundheit bis zu einem Alter von über 40 Jahren. Menschen, die durchgehend mit ihrem Job unzufrieden waren, weisen häufiger Depressionen, Schlafstörungen und starke Ängste auf. Auch schnitten sie in Messungen der mentalen Gesundheit im Vergleich zu jenen, die durchgehend zufrieden mit ihrer Tätigkeit waren, schlechter ab.

Ehemals mit dem Job zufriedene, doch dann immer unzufriedener werdende Menschen wiesen ebenfalls öfter Schlafprobleme auf, hatten mehr Ängste und einen schlechteren mentalen Gesundheitsstatus. Sie neigten aber nicht mehr zu Depressionen oder emotionalen Störungen.

Menschen, die ursprünglich wenig zufrieden mit dem Job waren, deren Zufriedenheit jedoch zugenommen hatten, wiesen keine gesundheitlichen Einschränkungen auf. Bei Menschen mit geringer Zufriedenheit bezüglich ihrer Tätigkeit kamen auch gehäuft körperliche Probleme wie Rückenschmerzen und Erkältungen vor. Ergebnisse der Studie stellten die Wissenschaftler auf dem Jahrestreffen der American Sociological Association in Seattle vor.

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.08.16Zum AnfangZurück

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