Schichtarbeit steigert Unfallgefahr

Wer nachts arbeiten muss, ist einer erhöhten Unfallgefahr im Verkehr ausgesetzt. Denn die Nachtarbeit bringt den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander und verursacht Schlaftrunkenheit, zeigt eine aktuelle Studie, bei der Forscher das Fahrverhalten von Versuchsteilnehmern genau verglichen, die nachts geschlafen oder gearbeitet hatten.

 

 

Fahrtest mit und ohne vorheriger Nachtschicht

 

Nächtliches Arbeiten erhöht die Unfallgefahr von Autofahrern auch am Tage, so aktuelle Untersuchungsergebnisse in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Wissenschaftler testeten die Fahrtüchtigkeit von Fahrern, die die Nacht zuvor gearbeitet hatten. Es ist bekannt, dass Müdigkeit am Steuer ein Hauptrisikofaktor für Verkehrsunfälle ist, der allerdings oftmals vermeidbar wäre.

 

In der den Ergebnissen zugrunde liegenden Studie hatten 16 Schichtarbeiter nach einer Nachtschicht an einem zweistündigen Fahrtest teilgenommen. Physiologische Messungen der Müdigkeit und Messungen der Hirnaktivität ließen Hinweise auf den Wachheitszustand der Probanden und der Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen, zu.

 

 

Ohne Schlaf passieren leicht Fehler

 

Während der Fahrtüchtigkeitstests wiesen Studienteilnehmer ein schlechteres Fahrverhalten auf, wenn sie nachts gearbeitet hatten. Die Gefahr von Unfällen stieg. Fast die Hälfte der Autofahrten musste vorzeitig abgebrochen werden, weil die Fahrer keine ausreichende Kontrolle über das Fahrzeug hatten. Die mit dem Schlaf verbundenen Einschränkungen machten sich bereits 15 Minuten nach Fahrbeginn bemerkbar. Die Teilnehmer überfuhren signifikant häufiger Fahrbahnbegrenzungen, zudem trat der Augenlidschluss als Zeichen von Müdigkeit häufiger auf und auch die Augenbewegungen waren entsprechend der Müdigkeit verändert. Nach mehr als 30 Minuten Fahrzeit stieg das Risiko eines Sekundenschlafes.

 

Das Führen eines Fahrzeuges ist den Ergebnissen der Untersuchung zufolge nach Nachtarbeit besonders gefährlich, denn die körperlichen und geistigen Folgen durch den veränderten Wach-Schlaf-Rhythmus sind gravierend. Viele Arbeitnehmer mit Schichtarbeit wären oftmals besser beraten, wenn sie auf öffentliche Verkehrsmittel umstiegen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.12.15Zum AnfangZurück

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