Herzinfarktdiagnose: Brustimplantate stören

Die Elektrokardiographie (EKG) hat für die Diagnose des Herzinfarkts und andere Herzkrankheiten Bedeutung. Brustimplantate können zu EKG-Veränderungen führen, die eine sichere Diagnose anhand des EKGs nicht zulassen. Die Implantate können EKG-Ergebnisse offenbar häufig verfälschen, so Forscher.


EKG ist zur Beurteilung vieler Herzkrankheiten wichtig

Bei Patientinnen mit Brustimplantaten kann das EKG zu falschen Diagnosen führen, finden Wissenschaftler heraus. Deshalb sind zusätzliche andere Untersuchungen etwa bei dem Verdacht auf einen Herzinfarkt nötig. Ergebnisse der Studie wurden anlässlich eines Treffens der European Society of Cardiology in Wien vorgestellt.

Mit dem EKG lässt sich die elektrische Aktivität des Herzens messen und über Elektroden ableiten, die an der Haut von Brust, Armen und Beinen angebracht werden. Anhand der aufgezeichneten Herzaktion lassen sich Herzfrequenz und Herzrhythmus bestimmen. Beurteilbar sind auch die unterschiedlichen Muster der Herzaktion in verschiedenen Teilen des Herzens. Es lassen sich verschiedene Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und andere Störungen diagnostizieren.


Brustimplantate verfälschen EKG häufig

Kardiologen des Princess Grace Hospitals in Monaco stellten fest, dass es schwierig ist, EGKs zu schreiben beziehungsweise diese zu interpretieren, wenn Frauen Brustimplantate tragen. Sie untersuchten deshalb in ihrer Studie 28 Frauen mit und 20 Frauen ohne Brustimplantate. Die Frauen waren etwa gleich alt, gesund und litten unter keiner Herzerkrankung.

38 bis 57 Prozent der EKGs von Frauen mit Brustimplantaten wurden von Physiologen als abnormal eingeschätzt. Die abweichenden Aufzeichnungen der elektrischen Herzaktivität ließen sich aber nicht durch strukturelle Veränderungen am Herzen erklären

Frauen mit Brustimplantaten zeigten häufig Veränderungen, die bei der koronaren Herzkrankheit vorkommen. Es sei wichtig, zu wissen, dass Brustimplantate zur einer falschen Interpretation von Ergebnissen im EKG führen könnten, so die Forscher. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.07.17Zum AnfangZurück

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