Enzym in Kosmetika macht allergisch

In diversen kosmetischen Produkten ist das Enzym Papain aus der Papayafrucht enthalten. Hautärzte fanden jetzt heraus, dass Papain die Hautbarrierefunktion stört und allergische Reaktionen auslösen kann.

 

 

Enzym zerstört den Schutzmantel der Haut

 

Papain wird häufig mit dem menschlichen Verdauungsenzym Pepsin verglichen. Das natürlich in Papayas enthaltende Enzym kommt in vielen kosmetischen Produkten vor und soll der Lösung alter Hornzellen der Haut dienen. Enzymbasierte Shampoos für Haustiere helfen nicht nur, das Fell zu säubern, sondern sorgen auch für eine leichtere Kämmbarkeit.

 

Doch was passiert, wenn man die Haut von Tier und Mensch in direkten Kontakt mit dem Enzym bringt? Dermatologen testeten dies an der Haut von Mäusen und an menschlichen Hautzellen in Petrischalen.

 

 

Anfälligkeit für Allergien, Ekzeme und Infektionen steigt 

 

Bereits nach einer kurzen Zeit der Anwendung stellten die Forscher eine verminderte Barrierefunktion der Haut fest, schreiben sie in der Fachzeitschrift "Investigative Dermatology". Das bedeutet, dass der Schutzmantel der Haut angegriffen ist. Demnach erhöhte sich die Durchlässigkeit der Gefäße und es ließen sich in der Haut Entzündungszellen nachweisen. Zwei Wochen nach regelmäßiger Anwendung entwickelten behandelte Tiere Antikörper gegen das Enzym, die für eine allergische Reaktion sprechen.

 

Die Wissenschaftler raten zur Vorsicht bei Kosmetika, die Papain enthalten. Demnach kann es nicht nur zu Allergien gegen das Enzym selbst kommen, sondern auch zu anderen Hauterkrankungen, da die Hautbarriere gestört ist. Zu befürchten sind auch Neurodermitis und ein erhöhtes Risiko für die Besiedelung mit Bakterien, Viren oder Pilzen, die zu Hautinfektionen führen können. Strukturelle Ähnlichkeiten zu Papain weißt auch das häufig allergieauslösende Hausttauballergen auf.

 

Besonders Menschen mit empfindlicher Haut und Kinder sollten mit Papain-enhaltenden Produkten nicht in Kontakt kommen, so die Wissenschaftler. Wichtig ist es, sich vor dem Kauf über die Inhaltsstoffe eines Produkts genau zu informieren. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.04.15Zum AnfangZurück

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