Brustkrebs: Brustaufbau sofort oder später?

Wann und für wen ein Wiederaufbau der Brust nach Brustrekonstruktion am besten ist, untersuchten Forscher. Manche Frauen sollten nach der Entfernung einer Brust einige Zeit vergehen lassen, bis sie sich dem ästhetischen Eingriff unterziehen.


Brustrekonstruktion birgt auch Risiken 

Frauen, die übergewichtig sind, ein erhöhtes Risiko für Diabetes tragen oder rauchen, sollten sich ihre Brust nach einer Brustkrebserkrankung und Brustentfernung erst mit zeitlicher Verzögerung aufbauen lassen. Offenbar weisen sie dann weniger Komplikationen bezüglich Wundinfektionen und anderen Komplikationen auf.

Die oftmals umgehend nach der Entfernung der Brust ausgeführte Brustrekonstruktion soll mit psychologischen Vorteilen verbunden sein und häufig auch zu den kosmetisch besseren Ergebnissen führen. Viele Frauen wünschen sich natürlich nach der Entfernung einer Brust, schnell ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erreichen. Einige Gefahren der unmittelbaren kosmetischen Operation werden aber oftmals wenig beachtet, so Margaret A. Olsen von der Universität Washington. Sie untersuchte 18- bis 64-jährige Frauen nach einer Brustentfernung aufgrund von Brustkrebs.


Verzögerte Operation mit etwas weniger Problemen verbunden

Die Forscher verglichen Wundinfektionen und andere Komplikationen von Frauen mit umgehendem Brustaufbau innerhalb von sieben Tagen nach der Brustentfernung und Frauen, die ihre Brust nach zeitlicher Verzögerung aufbauen ließen. Die Frauen wählten entweder Brustrekonstruktionen durch Implantate oder eigenes Gewebe. Fast 17.000 Frauen unterzogen sich dem Eingriff.

Frauen, die sich früh der kosmetischen Operation nach der Brustentfernung unterzogen, wiesen etwas mehr Komplikationen auf. Die Forscher empfehlen, die individuellen Risiken von Komplikationen bei Frauen genau abzuwägen. Frauen mit erhöhten Risiken für Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen oder anderen Komplikationen sollten ihre Brust eher mit zeitlicher Verzögerung wiederaufbauen lassen. 

Die Studie wurde im Amerikanischen Ärzteblatt veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.08.17Zum AnfangZurück

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